Diakonie fordert Strategie zur Fachkräftesicherung im Pflegebereich

"Was gut für die Pflegebedürftigen ist, nützt auch den Pflegekräften", sagt Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Foto: epd/Uschmann
"Was gut für die Pflegebedürftigen ist, nützt auch den Pflegekräften", sagt Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Foto: epd/Uschmann

Bessere Arbeitsbedingungen und Ausbildungsoffensive

Wien (epdÖ) – Eine umfassende Strategie gegen den Fachkräftemangel im Pflegebereich fordert die Diakonie Österreich. Laut WIFO fehlen bis 2030 rund 24.000 Arbeitskräfte in der Pflege: „Neben der Verbesserung der Arbeitsbedingungen braucht es dringend auch eine Ausbildungsoffensive“, betont Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser in einer Aussendung zum Tag der Pflege am Sonntag, 12. Mai.

Konkret seien Schritte zu setzen, die sowohl Pflegebedürftigen, als auch Pflegenden zugutekommen: „Was gut für die Pflegebedürftigen ist, nützt auch den Pflegekräften“, so Moser. „Kleinere Einheiten in der stationären Pflege, mehr Gestaltungsspielraum in der Arbeitsorganisation und mehr Zeit – das sind wesentliche Faktoren, die zur Arbeitszufriedenheit und auch zur qualitätsvollen Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf beitragen.“

Persönlicher Gesundheitszustand Hauptgrund für Jobwechsel

Eine Befragung des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung habe aufgezeigt, dass der Hauptgrund für den Ausstieg aus dem Pflegeberuf der persönliche Gesundheitszustand ist. „Menschen zu pflegen darf nicht krank machen. Genau hier müssen wir ansetzen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen“, so Moser. Vor allem wünschten sich Pflegekräfte mehr Zeit für Betreuung und Kommunikation. Dies umfasse unter anderem auch die Begleitung bei Spaziergängen oder verschiedene Freizeit- und Beschäftigungsaktivitäten.

Kommunikation zwischen Pflegebedürftigen und Pflegekräften dürfe nicht ausschließlich „funktional“ sein, meint die Diakonie-Direktorin: „Wieviel Flüssigkeit jemand heute schon zu sich genommen hat oder ob es im Raum warm genug ist, sind keine Gesprächsthemen, über die persönliche Beziehungen entstehen. Lebens- und Arbeitsqualität findet sich dort, wo Zeit und Raum ist, um dem Menschen in einem echten Gespräch mit Aufmerksamkeit und Zuwendung zu begegnen.“

Ausreichend Dienstbesprechungen und das Angebot von Supervisionen in den Teams sowie Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz würden dabei helfen, die psychische Belastung der in der Pflege Tätigen möglichst gering zu halten.

Aufnahme aller Pflegeberufe in Mangelberufsliste

Als Ansatzpunkt in der Ausbildung schlägt die Diakonie in ihrer Aussendung eine österreichweite Schulgeldbefreiung für alle SchülerInnen der Schulen für Sozialbetreuungsberufe vor; außerdem die Aufnahme aller Pflegeberufe in die Mangelberufsliste sowie eine schnellere und einfachere Anerkennung von Berufsabschlüssen aus dem Ausland. Die Herausforderung sei zudem, Menschen für „diesen anspruchsvollen, aber auch sinnstiftenden Beruf“ zu begeistern.

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ISSN 2222-2464