Diakonie: Finanzierung sichern für schulische Integration

Gute Integrationsschulen nützen allen Kindern: Im Bild das integrative Kinderhaus Salzburg des Diakonievereins. Foto: Diakonieverein Salzburg
Gute Integrationsschulen nützen allen Kindern: Im Bild das integrative Kinderhaus Salzburg des Diakonievereins. Foto: Diakonieverein Salzburg

Chalupka: Kinder müssen konkret und nicht theoretisch gefördert werden

Wien (epd Ö) – „Während ein Monat vor Schulschluss die Kinder noch einmal zur Hochform auflaufen, scheinen Politiker und Politikerinnen die Probleme der schulischen Integration wenig zu beschäftigen“, ärgert sich Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, einmal mehr über die starre Finanzierungsregel im sonder-pädagogischen Bereich. Dass nur „theoretisch festgelegte 2,7 Prozent“ der Kinder einen sonderpädagogischen Förderbedarf finanziert bekommen, habe nichts mit dem tatsächlichen Bedarf zu tun. „Kinder müssen konkret und nicht theoretisch gefördert werden – darüber sollte in der anstehenden Regierungsklausur gesprochen werden“, fordert der Diakonie-Chef.

Aus dem Nationalen Bildungsbericht geht hervor, dass in den letzten Jahren die Gesamtzahl der PflichtschülerInnen abgenommen hat, während sich die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf erhöhte. Daraus entstand eine beträchtliche Finanzierungslücke – 1995/96 teilten sich drei Kinder eine Planstelle, 2006/07 waren es bereits vier Kinder. Für eine qualitativ hochwertige Pädagogik schlägt der Bericht eine Quote von 3,4 Prozent aller PflichtschülerInnen vor.

Mangelnde Finanzierung der integrativen Bildung konterkariert laut Diakonie die Idee der Integration. Gut ausgestattete Integrationsschulen nützten allen Kindern, jedoch müssten auch die Ressourcen dafür bereitgestellt werden. Chalupka: „Es ist nicht hinzunehmen, dass Eltern von Kindern mit Behinderungen und Pädagogen und Pädagoginnen heute wieder für etwas kämpfen müssen, das sie schon vor 20 Jahren erreicht hatten.“

ISSN 2222-2464