Diakonie erinnert an vergessenen Konflikt im Jemen

Rund zwei Millionen Kinder im Jemen sind mangelernährt. Foto: Diakonie/Wolfgang Grassmann
Rund zwei Millionen Kinder im Jemen sind mangelernährt. Foto: Diakonie/Wolfgang Grassmann

Vier von fünf Einwohnern brauchen humanitäre Hilfe

Wien/Sanaa (epdÖ) – Anlässlich des Welttages der humanitären Hilfe am Montag, 19. August, hat die Diakonie auf den anhaltenden Konflikt im Jemen aufmerksam gemacht. Hier kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen eine unter anderem von Saudi Arabien unterstützte Allianz der jemenitischen Regierung. Medial ist der Konflikt und das daraus hervorgegangene Elend kaum präsent: Von 30,5 Millionen EinwohnerInnen sind 24 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen – das ist fast jeder vierte Einwohner, schreibt die Diakonie in einer Aussendung.

Tödliche Gefahr durch Cholera

Die tödliche Infektionskrankheit Cholera sei auf dem Vormarsch, allein im ersten Halbjahr 2019 wurden 460.000 Verdachtsfälle gemeldet. „Die Ausbreitung von Cholera kann nur eingedämmt werden, wenn sauberes Trinkwasser und ausreichend geschützte sanitäre Anlagen bereitstehen“, sagt Nina Hechenberger, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe. Aktuell hätten 17,8 Millionen Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen.

Hunger trifft die Schwächsten

Zwei Drittel der Personen litten unter Nahrungsmittelunsicherheit, mehr als sieben Millionen Menschen seien abhängig von Lebensmittelhilfen. „Besonders das Leben der Schwächsten ist gefährdet: Rund zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. Durch den Hunger werden sie besonders anfällig für Krankheiten. Das ist ein Teufelskreis – irgendwann bedingen sich Hunger und Krankheiten gegenseitig“, erklärt Hechenberger.

Damit Brot als Grundnahrungsmittel produziert werden kann, unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Bäckereien im Regierungsbezirk Taizz durch Ausstattung und Backmaterialien. Zusätzlich werde ein Gemeindekomitee gegründet, das die Verteilung von Brot-Gutscheinen organisiert. „In den besonders von Cholera betroffenem Bezirken Hajjah und Shabwa verteilen unsere lokalen Partner Hygiene-Kits, errichten Latrinen und setzen Trinkwasserstellen instand“, schildert Hechenberger die Hilfe vor Ort.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe – Kennwort „Nothilfe Jemen“
IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333

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ISSN 2222-2464