Diakonie drängt auf umfassende Maßnahmen gegen Armut

Chalupka: „Abwiegeln hilft nicht“

Wien, 7. Dezember 2005 (epd Ö) – Nach dem Wiener Caritas-Präsidenten Michael Landau hat am Dienstag auch der Direktor der Evangelischen Diakonie, Michael Chalupka, umfassende Maßnahmen zur Armutsbekämpfung eingefordert. „Abwiegeln hilft nicht, die Fakten sprechen für sich“, so Chalupka in einer Aussendung. Notwendig sei eine koordinierte Strategie, die nicht auf Einzelmaßnahmen beschränkt bleibe.

„Es ist höchst an der Zeit, der Realität ins Auge zu schauen. Zum wiederholten Mal machen Sozialorganisationen auf das wachsende soziale Problem der Armut aufmerksam. Zum wiederholten Mal wird von Regierungsseite abgewiegelt und auf Einzelmaßnahmen verwiesen und damit wieder einmal die prekäre Situation der Betroffenen nicht genügend ernst genommen.“ Die Regierungsparteien hatten am Montag die Kritik von Landau, der der Regierung „Aufmerksamkeitsverweigerung“ gegenüber dem Thema Armut vorgeworfen hatte, zurückgewiesen.

Auch Martin Schenk von der Armutskonferenz wies in einer Aussendung auf die Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen für eine echte Armutsbekämpfung hin. „Armutsbekämpfung ist nur möglich, wenn Politik in Zusammenhängen denken kann. Statt isolierter Maßnahmen der letzten Jahre müssen die zentralen Felder Bildung, Wohnen, Gesundheit und Soziales verwoben werden“, so der Sozialexperte.

ISSN 2222-2464