Diakonie begrüßt Faymann-Vorstoß für Generationenfonds

Aus dem mit zwei Milliarden Euro dotierten Topf sollen bis zu 50.000 Arbeitsplätze in Pflege, Kinderbetreuung und Schule finanziert werden

Wien (epd Ö) – Die evangelische Diakonie begrüßt den Generationsfonds und das damit verbundene Beschäftigungspaket für den Pflegebereich. Beides hatte Bundeskanzler Werner Faymann am Mittwoch in einer programmatischen Rede angekündigt. „Die Diakonie fordert bereits seit Beginn der Krise ein drittes Konjunkturpaket für die Pflege – umso mehr freut es uns, dass dieser Vorschlag nun aufgenommen wird“, zeigt sich Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, erfreut.

Faymann hatte bei seiner großen Festrede in der Wiener Hofburg anlässlich des einjährigen Regierungsjubiläums für die Schaffung eines Generationenfonds plädiert, aus dem bis zu 50.000 Vollzeitarbeitsplätze in den Bereichen Pflege, Kinderbetreuung und Schule finanziert werden sollen. Der Fonds soll mit zwei Milliarden Euro dotiert werden. Die Hälfte davon soll durch Umschichtungen im Spitalsbereich kommen, der Rest aus einer Finanztransaktionssteuer und dem Schließen von Steuerlücken bei Spekulationen.

Diakonie-Direktor Michael Chalupka dazu in einer Presseaussendung: „Eine konkrete Umsetzung und stabile Finanzierung dieses Pakets ist nun notwendig. Betroffene und Beschäftigte in der Pflege dürfen nicht noch länger allein gelassen werden.“ Ein „Beschäftigungspaket Pflege“ bringe mehrere Vorteile: Die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen verbessere sich, da eine höhere Betreuungsdichte geschaffen würde. Von einer höheren Beschäftigung in der Pflege profitierten zudem vor allem Frauen, die derzeit den größten Anteil der Beschäftigten in diesem Sektor darstellen. Auch Migranten und Migrantinnen seien oft in der Pflege beschäftigt und brächten wertvolle Kompetenzen in diese Arbeit mit ein, so Chalupka.

Zusätzlich wirke ein Konjunkturpaket Pflege vor allem auf regionaler Ebene, da Pflege und Betreuung auch in ländlichen Gebieten nachgefragt wird und der Lohn aus dieser Arbeit auch in strukturschwachen Gebieten wieder ausgegeben wird. „Berücksichtigt man die demografischen Prognosen, zeigt sich außerdem, dass Investitionen in die Pflege und Betreuung Investitionen für die Zukunft sind,“ so Chalupka abschließend.

ISSN 2222-2464