Der Karfreitag stört

"Der Karfreitag erinnert daran, dass nicht alles im Leben mit Geld zu kaufen ist. Er ist ein Innehalten mitten im Trubel der geschäftigen Welt." Foto: pxhere
"Der Karfreitag erinnert daran, dass nicht alles im Leben mit Geld zu kaufen ist. Er ist ein Innehalten mitten im Trubel der geschäftigen Welt." Foto: pxhere

Von Gott und der Welt – Michael Chalupka über einen geschäftsschädigenden Tag

Der Karfreitag ist und bleibt der höchste Feiertag der Evangelischen Kirche. Auch heute, auch wenn er kein staatlicher Feiertag mehr ist, weil eh nur vier Prozent etwas weggenommen wurde, wie der Bundeskanzler gemeint hat. Und die Protestanten nur eine zu vernachlässigende Minderheit sind, die das alltägliche, geschäftige Treiben nicht stören sollen. Doch der Karfreitag stört weiter, er ist eine Zäsur im Treiben der Welt.

Worum geht es im Leben? Um Liebe und Leid, um Freude und Schmerz, um Sinn und Schicksal. Am Karfreitag bedenken Christinnen und Christen das Leiden und Sterben Christi. Das Leiden und der Schmerz sind Gott nicht fremd. Der Gott der Christen ist kein Schönwettergott. Gott selbst versichert uns durch Jesu Sterben: Ich verlasse euch auch in der Gottverlassenheit nicht. Leiden und Sterben allein bestimmen nicht euer Schicksal. Denn auch Christus ist nicht nur gestorben, sondern lebt für euch. Darum sollt auch ihr leben und im Leben für andere da sein.

Der Karfreitag stört. Er erinnert daran, was wirklich zählt im Leben. Dasein für andere, auch dann wenn es ihnen schlecht geht. Er erinnert daran, dass nicht alles im Leben mit Geld zu kaufen ist. Er ist ein Innehalten mitten im Trubel der geschäftigen Welt. Sich auf das Wesentliche besinnen. Es ist kein Wunder, dass der Karfreitag nicht zum staatlichen Ruhetag für alle werden durfte. Der Karfreitag ist zutiefst geschäftsschädigend.

Michael Chalupka ist evangelischer Pfarrer und Geschäftsführer der Diakonie Bildung. Kontakt: ta.gn1573651293ave@a1573651293kpula1573651293hc.le1573651293ahcim1573651293

Schlagworte: |

ISSN 2222-2464