Daten der Evangelischen Kirchen

Pusch: Es wäre töricht, die Entwicklung der Seelenzahlen nicht zu Kenntnis zu nehmen

Gallneukirchen, 30. August 2001 (epd Ö) „Annähernd jeder, der in der Evangelischen Kirche A.B. oder H.B. in Österreich arbeitet, braucht statistische Zahlen über seine Kirche oder Gemeinde“, dies sagte Oberkirchenrat DI Walter Pusch bei dem Vortrag „Erhebung und Auswertung von Daten in unserer Kirche“, den er gemeinsam mit Kirchenrat Ing. Heinrich Schwarz am 29. August bei der Pfarrertagung in Gallneukirchen hielt.

Pusch weiter: „Es wäre töricht von uns, wenn wir die Entwicklung der Seelenzahlen unserer Kirche nicht zur Kenntnis nähmen: Zurzeit sind wir mit einer deutlichen Abnahme der Anzahl von Gemeindegliedern konfrontiert.“ Die Evangelischen hätten nur noch einen Anteil von 4,4 Prozent des Wohnbevölkerungsanteils in Österreich. „Diese Zahlen müssen wir analysieren, damit wir durch gezielte Maßnahmen diesen Trend verändern.“

Verlässlichkeit der Daten

Das Auswerten von Daten „steht und fällt mit der Verlässlichkeit der Datenerhebung“, so Pusch. Ihre Erhebung müsse klar nachvollzogen werden können. Das Grundgerüst für die zahlenmäßige Darstellung der Entwicklung der Evangelischen Kirchen in Österreich sei der Seelenstandsbericht. Weitere wichtige Messgrößen seien etwa die diözesanen Statistiken des Religionsunterrichtes oder der Prozentsatz der Evangelischen in einem Wohngebiet. Sehr wichtige Daten seien auch dem Kirchenbeitragsaufkommen zu entnehmen, „der Eckpfeiler unseres kirchlichen Haushalts.“ Die Jahresberichte dagegen seien „nicht bilanzfähig, sie haben eher informativen Charakter und sind zunächst für die Pfarrgemeinde wichtig. Sie können helfen, erste kritische Fragen an die eigene Arbeit zu formulieren.“

Schwarz: Internes Berichtswesen verbessern

„Weniger ist mehr“ forderte der wirtschaftliche Kirchenrat Schwarz. Informationen und Daten von den Gemeinden über die Diözesen durchgehend und für alle verständlich zu gestalten, muss das Ziel zukünftiger Berichte sein. Aus seiner Erfahrung als früherer Controller in der Industrie berichtete er, dass große Unternehmen mit zehn Kennziffern gesteuert werden. Diese zehn wichtigen Informationen, die aus dem Gemeindeleben gemeldet werden, könnten beispielsweise den Seelenstand, den Finanzstatus, die Anzahl der ehrenamtlichen und der hauptamtlichen Mitarbeiter umfassen. Der Kirchenrat kündigte an, dass es „dringend notwendig“ sei, das interne Berichtswesen zu verbessern.

Abschließend bilanzierte Pusch, dass schon „sehr viel Datenmaterial vorhanden“ sei, die „Datenpflege und dynamische Auswertung“ sei „bisher kaum erfolgt.“ Der Oberkirchenrat versicherte, alle Zahlen und Daten „nur sorgsam und sorgfältig zu verwenden.“

ISSN 2222-2464