Chalupka „zutiefst betroffen“ über „blasphemische Äußerungen“ von Norbert Hofer

„Der Versuch der Verächtlichmachung einer der großen Weltreligionen und ihrer Heiligen Schrift“ sei schändlich und stimme ihn traurig, schreibt Bischof Michael Chalupka in einem Brief an IGGÖ-Präsident Ümit Vural. Foto: epd/Uschmann
„Der Versuch der Verächtlichmachung einer der großen Weltreligionen und ihrer Heiligen Schrift“ sei schändlich und stimme ihn traurig, schreibt Bischof Michael Chalupka in einem Brief an IGGÖ-Präsident Ümit Vural. Foto: epd/Uschmann

„Fügt dem Frieden in unserem Land großen Schaden zu“

Wien (epdÖ) – „Zutiefst betroffen“ zeigt sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka über die „blasphemischen Äußerungen“ des FPÖ-Bundesparteiobmanns Norbert Hofer, der bei einer Kundgebung den Koran als „gefährlicher als Corona“ bezeichnet hatte. An den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Ümit Vural, schreibt Chalupka: „Der Versuch der Verächtlichmachung einer der großen Weltreligionen und ihrer Heiligen Schrift, des Koran, der für viele Österreicherinnen und Österreicher und Menschen, die hier ihre Heimat haben, eine Quelle ihres Glaubens, ihrer Spiritualität und ethischen Orientierung ist, ist schändlich und stimmt mich traurig.“ Religionsfreiheit „und damit auch der Respekt vor den Menschen, die ihren Glauben in einer Gemeinschaft leben“, gehöre zu den verfassten Grundrechten.

Gerade während der Coronakrise habe sich der Zusammenhalt in Österreich, der auch durch das Miteinander der Religionsgemeinschaften gestärkt worden sei, als tragfähig erwiesen. „Wer diesen Zusammenhalt für ein wenig mediale Aufmerksamkeit für seine politische Partei nutzt, fügt dem Frieden in unserem Land großen Schaden zu.“ Die Evangelische Kirche sei froh darüber, „freie Kirche in einem freien Staat“ zu sein, und dürfe „mit Recht den Respekt staatlicher Organe und der politischen Repräsentanten dieses Landes erwarten“. Diese Garantie der Religionsfreiheit und der entsprechende Respekt müsse für alle Religionsgemeinschaften gleichermaßen gelten.

Nachdem FPÖ-Chef Norbert Hofer am Dienstag, 16. Juni, auf dem Wiener Viktor-Adler-Markt wörtlich gesagt hatte: „Ich fürchte mich nicht vor Corona, Corona ist nicht gefährlich. Da ist der Koran gefährlicher, meine Lieben, als Corona“ sollen bereits Anzeigen gegen ihn eingegangen sein. Nach erster öffentlicher Kritik an den Aussagen Hofers bekräftigte der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp am 17. Juni diese noch einmal in einem Facebook-Post.

Schlagworte: | | | |

ISSN 2222-2464