Chalupka für Investitionen in Zukunftssektoren

2011 braucht es Reformen im Pflege- und Schulbereich – „Nach Budgetquerelen zurück zur Sacharbeit!“

Wien (epd Ö) – „Die Menschen in diesem Land erwarten sich zu Recht, dass die Politik für sie Reformen und Verbesserungen durchführt. Nach den Querelen zum Budget in den letzten Monaten heißt es nun: Zurück zur Sacharbeit!“, erinnert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, an die ausstehenden Reformen bei Pflege und Schule. Notwendig dafür sei, so Chalupka in einer Aussendung, eine gemeinsame Anstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden. Sie seien aufgerufen, „einen Schritt zurückzutreten und die Situation neu im Sinne der Betroffenen zu bewerten“.

So brächten Investitionen im Bereich der Pflege mehrere Vorteile für das Jahr 2011 „und weiter hinaus“. Die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen verbessere sich, da eine höhere Betreuungsrelation geschaffen werde. Von einer höheren Beschäftigung in der Pflege profitierten zudem vor allem Frauen, die derzeit den größten Anteil der Beschäftigten in diesem Sektor darstellen. Auch MigrantInnen seien oft in der Pflege beschäftigt und brächten wertvolle Kompetenzen in diese Arbeit mit ein. Zusätzlich wirkten Investitionen vor allem auf regionaler Ebene, da Pflege und Betreuung auch in ländlichen Gebieten nachgefragt würden und der Lohn aus dieser Arbeit auch in strukturschwachen Gebieten wieder ausgegeben werde. Der Diakonie-Direktor: „Nicht zuletzt könnte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die noch immer Frauen am stärksten trifft, endlich verbessert werden.“

In der Aussendung wird daran erinnert, dass das österreichische Pflegesystem mit der Einführung des Pflegegeldes 1993 konstituiert worden sei. Der Bund sei für die Geldleistungen, die Länder für die Errichtung von flächendeckenden stationären und mobilen Diensten nach bundesweit gleichen Zielsetzungen und Grundsätzen zuständig. „Die Umsetzung der Vereinbarung hätte bis 2010 erfolgen sollen, dies ist augenscheinlich jedoch nicht passiert. Jetzt bedarf es einer groß angelegten Reform, um das Ziel ‚Pflegefonds 2013‘ halten zu können“, so Chalupka.

Integration als Schlüssel zur Bildungspolitik erkennen

Auch massive Investitionen in Kinder und Bildung fordert der Diakonie-Direktor in der Aussendung. LehrerInnenausbildung, Unterrichtsformen, Schulverwaltung und Schularchitektur hätten sich den neuesten Erkenntnissen und Anforderungen moderner Bildungssysteme anzupassen. Integration müsse endlich als Schlüssel in der Bildungspolitik erkannt werden: „Wir brauchen ein faires Bildungssystem, das Talente nicht vergeudet und lernschwache Schülerinnen und Schüler nicht aussortiert, sondern das allen hilft, ihre Begabungen zu entfalten.“ Etwa die Hälfte aller Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf werde laut Bildungsbericht nach wie vor nicht integrativ beschult. Chalupka zu den Aufgaben des Jahres 2011: „Gerade jetzt, in wirtschaftlich angespannten Zeiten, müssen wir in Zukunftssektoren wie Kinder, Bildung und soziale Dienstleistungen investieren. Damit wir alle auf die Bildungsreise mitnehmen und niemanden zurücklassen.“

ISSN 2222-2464