Chalupka: EU-Staaten müssen Verantwortung in Syrien übernehmen

Ehe man sich über neue Flüchtlinge in Europa Gedanken mache gelte es, die in und um Syrien lebenden Vertriebenen sicher über den Winter zu bekommen, sagte Bischof Michael Chalupka. Foto: pixabay
Ehe man sich über neue Flüchtlinge in Europa Gedanken mache gelte es, die in und um Syrien lebenden Vertriebenen sicher über den Winter zu bekommen, sagte Bischof Michael Chalupka. Foto: pixabay

6 Millionen Menschen in Syrien auf der Flucht, 5 Millionen in Nachbarländern

Wien (epdÖ) – Angesichts der sich erneut zuspitzenden humanitären Krisensituation in Nordsyrien hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka die EU-Staaten dazu aufgefordert, verstärkte Unterstützung vor Ort zu leisten. In einem am Sonntag, 27. Oktober, im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ ausgestrahlten Interview sagte Chalupka auf die Frage nach der Möglichkeit einer neuerlichen Flüchtlingswelle wie im Jahr 2015: „Meine Hauptsorge im Moment – bevor wir uns über Flüchtlinge bei uns Gedanken machen müssen – ist, dass die Menschen dort so versorgt werden, dass sie über den Winter kommen.“ Die EU sei hier zu untätig, überließe das Spielfeld Akteuren wie den USA, der Türkei oder Russland. Neben Unterstützung für die humanitäre Hilfe, die unter anderem Kirchen in der Region leisten, seien Friedensinitiativen erforderlich, so Chalupka. Laut Zahlen des UNHCR sind mehr als 6 Millionen Syrerinnen und Syrer in ihrem Heimatland auf der Flucht, mehr als 5,6 Millionen sind in die Nachbarländer geflohen.

Verneint hat Chalupka in dem Gespräch, das am Reformationstag (15 Uhr) auf ORF III in voller Länge gezeigt wird, ob er sich eine 96. These zu den 95 von Martin Luther proklamierten wünsche: „Das würde ich mir nicht anmaßen. Ich wäre schon froh, wenn sich die reformatorische Erkenntnis, dass wir soviel geschenkt bekommen im Leben und daraus etwas machen sollen, durchsetzen würde.“

Die Sendung "Orientierung" finden Sie hier zum Nachschauen.

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ISSN 2222-2464