Chalupka: Einig im Gebet für alle „die am Übel des Rassismus leiden“

Bischof Chalupka: „Wir stehen zusammen, wir leiden zusammen, wir beten zusammen.“ Foto: wallpaperflare/lueli gomes
Bischof Chalupka: „Wir stehen zusammen, wir leiden zusammen, wir beten zusammen.“ Foto: wallpaperflare/lueli gomes

Brief an US-amerikanische Bischöfin Elizabeth A. Eaton

Wien/Chicago (epdÖ) – In einem Brief an die vorsitzende Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Kirche in Amerika (ELCA), Elizabeth A. Eaton, hat der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Michael Chalupka, die Einigkeit im Gebet für alle Menschen unterstrichen, „die am Übel des Rassismus leiden und für die, die für die menschliche Würde und Menschenrechte kämpfen“. Mit seinem Brief antwortet Chalupka auf ein Schreiben der amerikanischen Bischöfin, in dem sie ihr Land und ihre Kirche auf Grund der Coronakrise und des unüberwundenen Rassismus „in Not“ sieht. Darin rief Eaton auch dazu auf, an der Seite derer zu stehen, „die friedlich demonstrieren und verantwortlich handeln“.

In seiner Antwort dankt Chalupka für die „Worte der Ermutigung“, die auch im europäischen Kontext notwendig seien: „Auch wenn das Gesicht des Rassismus hier anders aussieht, erleben auch wir die Dynamik, dass die ausgebeutet und beschuldigt werden, die man für ‚die anderen‘ hält. Als lutherische Kirche, als Kirche Jesu Christi, sind wir dazu aufgerufen, in diesen Zeiten der Krise aufzustehen.“ So gelte es, das Übel und seine verstörenden Gesichter wie Rassismen, Vorurteile, Gewalt oder Ausbeutung zu benennen. Das erfordere von den Kirchen in Europa, „nicht die absichtlich im Stich gelassenen Flüchtlinge im Mittelmeer zu vergessen oder unsere Brüder und Schwestern, die unter unmenschlichen Bedingungen in Flüchtlingslagern an den Außengrenzen der Europäischen Union leben.“ Als Kirche Jesu Christi „wenden wir keine Gewalt an, weder in gewaltsamen Protesten, noch in unserer Sprache, sondern wir erheben uns in unserer Schwäche“, in der der Heilige Geist zu wohnen versprochen habe. Trotz der großen Distanz: „Wir stehen zusammen, wir leiden zusammen, wir beten zusammen.“

Die aktuellen Proteste in den USA nahmen ihren Ausgang nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis (Minnesota) am 25. Mai. Floyd war bei einem Polizeieinsatz umgekommen, nachdem ihm ein Polizist mehrere Minuten lang sein Knie in den Hals drückte. Der Fall führte zu einem erneuten Aufflammen der Diskussion um strukturellen Rassismus in den USA. Auch die Coronakrise, die in den USA mittlerweile über 120.000 Todesfälle forderte, traf Afroamerikaner besonders hart. Gegenden, in denen mehrheitlich Schwarze wohnen, verzeichneten laut Washington landesweit 60 Prozent aller Todesfälle. Armut, schlechte Gesundheitsversorgung und soziale Benachteiligung gelten als Hauptgründe dafür.

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ISSN 2222-2464