Caritas und Diakonie wehren sich gegen massive Budgetkürzungen im Bereich Behinderung

Solidarisches Handeln von BehindertensprecherInnen muss sichtbar werden

Wien (epd Ö) – „Still und heimlich will die Bundesregierung auf dem Rücken von Menschen mit Behinderungen sparen. Eine solche Vorgangsweise ist nicht akzeptabel“, kommentiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, die massiven Budgetkürzungen im Bereich Behinderung. Als „unverantwortlich und unverständlich“ kritisiert Caritas-Direktor Michael Landau die Einsparungen im Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderungen, da dieser Fonds doch gerade für Menschen eingerichtet wurde, die in eine soziale Notlage geraten sind.

Waren es 2008 noch 125 Mio. Euro, die für Menschen mit Behinderungen ausgegeben wurden, sind es 2009 nur mehr 84 Mio. Euro. Im Jahr 2010 sind 108 Mio. Euro veranschlagt.

Die Armutsgefährdung von Menschen mit Behinderung liegt mit 18 Prozent noch immer deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 12 Prozent, warnen Caritas und Diakonie. Menschen mit Behinderungen seien auch öfter von Arbeitslosigkeit betroffen, knapp ein Drittel der 100.000 Begünstigten sei erwerbslos. Ebenso stehe soziale Ausgrenzung und mangelnde Teilhabe für Menschen mit Behinderungen noch immer an der Tagesordnung, 44 Prozent können, so die Hilfsorganisationen, keine unerwarteten Ausgaben tätigen, 19 Prozent können keine Freunde oder Verwandten zum Essen einladen, und 16 Prozent können sich keine neuen Kleider kaufen.

Diakonie und Caritas fordern die BehindertensprecherInnen der Parlamentsparteien auf, gegen diesen Budgetentwurf zu stimmen. Ihr gemeinsamer Appell: „Gerade die Parlamentsvertreter müssen jetzt ein deutliches Zeichen der Solidarität mit jenen Menschen zeigen, die sie im Parlament vertreten.“

ISSN 2222-2464