Busek: Kirchen haben große Aufgabe im Bereich der Bildung in Südosteuropa

Südosteuropagruppe der Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa tagte in Wien – Symposion über europäische Integration und Nachbarschaftspolitik in Südosteuropa

Wien (epd Ö) – Da die Bildungssysteme der südosteuropäischen Länder „sehr mangelhaft“ seien, komme den Kirchen hier „eine große Aufgabe“ zu. Das betonte der Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, Prof. Dr. Erhard Busek, auf einem Symposion in Wien, das sich mit der europäischen Integration und der Nachbarschaftspolitik in Südosteuropa beschäftigte. Dazu hatte die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) am Dienstag, 8. Mai, anlässlich der Übersiedlung ihrer Geschäftsstelle nach Wien und der Neukonstituierung der Regionalgruppe Südosteuropa eingeladen. Rund fünfzig Vertreterinnen und Vertreter aus den südosteuropäischen GEKE-Mitgliedskirchen waren der Einladung gefolgt. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Kommission „Kirche und Gesellschaft“ der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) statt.

 

Busek: Möglichkeit der Gestaltung Europas ist großes Geschenk

 

In seinem Vortrag über die „Europäische Integration in Südosteuropa“ hob Busek hervor, es sei ein „großes Geschenk“, jetzt „Europa gestalten“ zu können. Es hänge „von uns ab, was wir daraus machen“. Busek sagte, dass „die Veränderungen in unsere Nachbarschaft ja auch uns verändern“. Dabei gab er zu bedenken, dass die geographische und historische Kenntnis über Südosteuropa „nach wie vor bescheiden“ sei. Der Sonderkoordinator berichtete über die wirtschaftliche Situation Südosteuropas im Hinblick auf österreichische Firmen: „Dieses mein geliebtes Heimatland verdient sich blöd am Osten.“ Vom wirtschaftlichen Standpunkt her gesehen sei „Südosteuropa eine Erfolgsstory“. Es wären drei bis sieben Prozent Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Zudem gelte Südosteuropa als „bevorzugtes Investitionsgebiet“. Die Schwierigkeit sei dabei: „Jedes Land glaubt, es allein sei das Beste.“

 

Anstatt, dass „wir ihnen erklären, was gut für sie ist“, sollen die südosteuropäischen Länder „jetzt erklären, was gut für sie ist, und wir helfen ihnen dabei“. Als „sozial gefährliche Entwicklung“ stufte Busek das starke Wachstum der Hauptstädte in Südosteuropa ein. Der ländliche Raum werde dadurch ausgedünnt. Außerdem würden „die guten Leute“ ihre Länder verlassen, um „im Westen mehr Geld“ zu bekommen. Trotzdem habe sich die südosteuropäische Region „rasch positiv entwickelt“. Er zeigte sich überzeugt, „dass sie sehr bald heranwachsen wird“.

 

Bünker: Einheit in versöhnter Verschiedenheit auch mögliches Modell für Europa

 

Das ökumenische Modell der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) könne auch „für die gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge in Europa fruchtbar“ gemacht werden, betonte der lutherische Oberkirchenrat und Generalsekretär der GEKE, Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, bei der Eröffung des Symposions. Es sei „kein Zufall“, dass sich die Geschäftsstelle der GEKE seit 1. Jänner 2007 in Wien befinde: „Wien ist schon seit langem eine Brücke und ein Knotenpunkt, der immer als wechselnd bezeichnet wird.“

ISSN 2222-2464