Burma: Humanitäre Katastrophe ungeahnten Ausmaßes

Diakonie-Katastrophenhelfer Rottach berichtet, dass noch rund 1,8 Millionen Menschen unzureichend oder gar nicht versorgt sind

Wien (epd Ö) – Rund 2,5 Millionen Menschen sind laut UN-Angaben im Irrawaddy-Delta in Burma von den verheerenden Folgen des Wirbelsturm „Nargis“ betroffen. Bis zu 133.000 Todesopfer sind zu beklagen. Obwohl die Hilfsmaßnahmen inzwischen angelaufen sind, seien immer noch rund 1,8 Millionen Menschen gar nicht bzw. zu wenig versorgt. Das berichtete der Diakonie-Katastrophenhelfer Peter Rottach bei einer Pressekonferenz in Wien. Rottach war vom 9. bis 21. Mai in Burma, um die Hilfsmaßnahmen der Diakonie zu koordinieren. Er spricht von dramatischen Zuständen. Rottach: „Unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielt sich eine humanitäre Katastrophe ungeahnten Ausmaßes ab.“

In den am schwersten betroffenen Gebieten seien immer noch nicht alle Leichen geborgen worden. „Viele der Menschen in den Dörfern hoffen auf Regen, damit endlich die Körper auf den Reisfeldern in den Fluss bzw. in das Meer ausgespült werden. 40 Prozent der Toten sind Kinder, sie sind in den Fluten ertrunken“, so Rottach. Die Gefahr für die Überlebenden steige von Tag zu Tag, wenn sie nicht die notwendige Hilfe erhalten. Verseuchtes Trinkwasser verursache besonders bei Kindern und alten Menschen gefährliche Magen-Darm-Erkrankungen.

Hunderttausende Menschen würden inzwischen – wenn auch nur notdürftig – in Regierungscamps versorgt, andere von privaten Organisationen, Kirchen und buddhistischen Klöstern. Trotzdem seien noch viel zu viele ohne Hilfe.

Die Diakonie hilft über lokale Partner in einem Gebiet mit 26 Dörfern und zirka 30.000 Einwohnern im Delta. Am dringendsten werden in den kommenden Monaten Lebensmittel und Wasser, aber etwa auch Medikamente benötigt, die Kosten betragen rund 300.000 Euro. Weiters müssen innerhalb der nächsten vier bis fünf Wochen auch 100.000 Kilo salzresistentes Reis-Saatgut angeschafft werden. Sonst drohe nicht nur im Delta, sondern auch darüber hinaus eine Hungersnot, warnte Rottach. Die dritte Phase der Hilfe bestehe dann darin, Schulen und Krankenhäuser wieder aufzubauen.

Notwendig sei es auch, so Rottach, beim Wiederaufbau verstärkt auf Katastrophenprävention zu setzen. Etwa durch die stärkere Aufforstung der Mangrovenwälder, die Errichtung von Schutzbunkern, aber auch eine solidere Bauweise der Häuser.

Diakoniedirektor Michael Chalupka betonte bei der Pressekonferenz, dass Hilfe trotz aller Schwierigkeiten möglich sei: „Die Diakonie-Katastrophenhilfe garantiert, dass jede Spende auch direkt an die Betroffenen ergeht, weil wir mit guten lokalen Partnern zusammenarbeiten.“ (Spenden: Kto.-Nr. PSK 23.13.300, BLZ 60.000, Kennwort: Myanmar/Burma).

ISSN 2222-2464