Burgenland: Superintendent Manfred Koch wiedergewählt

Burgenlands Superintendent Manfred Koch wurde in Stoob von der Superintendentialversammlung in seinem Leitungsamt bestätigt. (Foto: epdÖ/M.Uschmann)
Burgenlands Superintendent Manfred Koch wurde in Stoob von der Superintendentialversammlung in seinem Leitungsamt bestätigt. (Foto: epdÖ/M.Uschmann)

Superintendent Koch: „Diözese lebt vom guten Miteinander“

Stoob (epdÖ) – Mit großer Mehrheit ist Manfred Koch, Superintendent der Diözese Burgenland, in seinem Leitungsamt bestätigt worden. Nach Ablauf der ersten Amtsperiode hatte sich der Superintendent am Samstag, 6. September, in Stoob der Wahl durch die Superintendentialversammlung gestellt, die sich aus den Delegierten aller evangelischen Pfarrgemeinden des Burgenlands zusammensetzt. Koch erhielt im ersten Wahlgang 46 von 58 abgegebenen Stimmen, zwei Stimmen waren ungültig. Koch war der einzige Kandidat, der sich der Wahl gestellt hatte.

Die Arbeit als Superintendent habe Koch in den vergangenen 12 Jahren große Freude bereitet, viel Positives hätte erreicht werden können. „In den vergangenen elf Jahren konnte in der evangelischen Diözese Burgenland viel erreicht werden, wobei dies nicht primär mein Verdienst ist, sondern aus dem sehr guten Miteinander vieler haupt- und ehrenamtlicher MitarbeiterInnen erwachsen ist“, so Koch vor den Delegierten der Superintendentialversammlung. Der wiedergewählte Superintendent erwähnte in diesem Zusammenhang etwa die Schaffung einer 50-Prozent-Pfarrstelle für die diözesane Konfirmandenarbeit, die aktive Frauenarbeit im Burgenland, den Erfolg des evangelischen Wimmer-Gymnasiums in Oberschützen, das diakonische Engagement in der Diözese oder die guten Beziehungen zu den Nachbarländern Ungarn, Slowakei und Slowenien.

So wie andere Diözesen auch verliere die Evangelische Kirche im Burgenland an Mitgliedern, räumt Koch ein. „In elf Jahren haben wir eine Gemeinde von 1.400 Mitgliedern verloren“, berichtet der Superintendent. Gründe für die sinkende Mitgliederzahl sieht Koch neben den Austritten in den geringen Geburtenzahlen sowie in der Abwanderung junger Menschen im Südburgenland, wo Arbeitsplätze rar sind. „Die Reduktion einiger 100% Pfarrstellen auf 75%- oder 50%-Dienststellen ist notwendig geworden und damit die Bildung von Gemeindeverbänden. Aus diesem Grund ist in den letzten zwei Jahrzehnten die Zahl der Dienststellen für Pfarrerinnen und Pfarrer von 33 auf 25,5, gesunken.“

Vor den Delegierten präsentierte Manfred Koch die Schwerpunkte seiner nächsten Amtszeit. Der Superintendent will in Zukunft nicht nur einmal pro Jahr in jeder Gemeinde einen Gottesdienst feiern, sondern auch an einer Presbytersitzung teilnehmen. Koch will darüber hinaus Gemeinden darin unterstützen, Ressourcen besser zu nutzen und die Zusammenarbeit verstärken. Außerdem sollen die neuen Formen der Zusammenarbeit evaluiert werden. In die kommende Amtszeit fällt auch ein wichtiges historisches Datum: 2021 feiert das Burgenland die 100-jährige Zugehörigkeit zu Österreich.

Manfred Koch ist seit 1. März 2003 Superintendent der evangelischen Diözese Burgenland. Heute leben in dieser Diözese rund 33.000 Evangelische in 29 Pfarrgemeinden. In der evangelischen Kirche ist die Amtszeit für alle Ämter, darunter auch das des Superintendenten und des Bischofs, mit 12 Jahren begrenzt. Nach Ablauf der Amtszeit können sich die Amtsinhaber erneut einer Wahl stellen. Für die gültige Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Geleitet wurde die Wahl in Stoob, bei der auch Bischof Michael Bünker anwesend war, von Superintendentialkurator Gerd Zetter.

ISSN 2222-2464