Burgenland: Evangelische Kirche koordiniert „Woche der Familie“

„Kinder brauchen Wurzeln“ als Motto für landesweiten Veranstaltungsreigen vom 6. bis 15. Mai

Eisenstadt (epd Ö) – Unter dem Motto: „Kinder brauchen Wurzeln“ findet vom 6. bis 15. Mai im Burgenland bereits zum fünften Mal die „Woche der Familie“ statt. Koordiniert wird die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr von der Evangelischen Kirche. „Mitten im Wertewandel wollen wir Werte wie Geborgenheit, Liebe, Angenommensein und Wertschätzung vermitteln“, sagte Superintendent Manfred Koch bei der Präsentation des Programmes bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 26. April, in Eisenstadt. Kinder, so der Superintendent, brauchen feste Werte, um „im Leben verwurzelt“ zu sein.

Die Familienwoche wird seit fünf Jahren von der „Allianz der Familie“ getragen, an der sich zwölf Organisationen beteiligen. Das Programm umfasst eine breite Palette von Veranstaltungen, beginnend mit Vorträgen über Kindererziehung, Seminaren und gemeinsamen Wanderungen bis hin zu Aktivitäten wie „Mit Kindern kochen“ oder gemeinsamem Singen. Höhepunkt ist ein Werteparcours für Familien am 11. Mai in Oberwart, der, wie die Projektkoordinatorin Pfarrerin Mag. Sieglinde Pfänder unterstrich, alle Generationen ansprechen möchte. Die Pfarrerin sprach sich dafür aus, den Begriff der kleinen Familie aufzubrechen und die „sozialen Netze stärker zu knüpfen“. Kinder seien angewiesen auf Erwachsene, die ihnen Werte authentisch vermitteln.

Angesichts der zahlreichen Alleinerzieherinnen – rund 9000 sind es laut Familienlandesrätin Verena Dunst im Burgenland – müsse der traditionelle Familienbegriff erweitert werden, forderte Koch. Die Woche der Familie soll auch einen Beitrag leisten, „dass sich Familien für ein Leben mit Kind entscheiden“, so Dunst. Dazu müsse man auch von der Politik her Rahmenbedingungen schaffen. Eine „Startchancengleichheit“ für alle Kinder und Familien sei dabei erstes Ziel. Dass die Familie nach wie vor „das wichtigste Fundament“ sei, betonte Landeshauptmannstellvertreter Mag. Franz Steindl. Jedoch sei auch erkennbar, „dass es unter Kindern und Jugendlichen eine teilweise Orientierungslosigkeit gibt“. Ein „Reparieren im Nachhinein“ sei dabei der falsche Ansatz. „Wir sollten wieder mehr prophylaktisch vorgehen“, meinte Steindl.

ISSN 2222-2464