Burgenland: Ehrenamtliche vor den Vorhang

Am 30. Oktober fand in Markt Allhau der erste burgenländische Reformationsempfang statt.
Am 30. Oktober fand in Markt Allhau der erste burgenländische Reformationsempfang statt.

Burgenländischer Reformationsempfang zum „Jahr des Ehrenamtes“ – Neuer Kirchenführer präsentiert

Markt Allhau (epdÖ) – Im europäischen Jahr der Freiwilligenarbeit die Ehrenamtlichen „vor den Vorhang holen“ – dieses Motto prägte den ersten burgenländischen Reformationsempfang am Sonntagnachmittag, 30. Oktober, in Markt Allhau. „Die Gemeinden wissen um die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements“, sagte Lektorin Inge Schandl, die selbst seit 30 Jahren ehrenamtlich für die Evangelische Kirche tätig ist und gemeinsam mit Lektor Robert Pimperl die Andacht zu Beginn des Empfangs gestaltete. Durch das ehrenamtliche Engagement habe sich die Evangelische Kirche „verändert und weiterentwickelt“. Es brauche nicht nur die ehrenamtlich Tätigen, sondern auch de-ren PartnerInnen und Familien, die dieses Engagement mittragen. Ebenso notwendig seien neben den entsprechenden Rahmenbedingungen auch „Menschen, die wertschätzend Feedback geben können ohne alles besser zu wissen“.

Dass ehrenamtliche Arbeit viel zu oft „einfach selbstverständlich geschieht“, darauf wies Superintendent Manfred Koch hin. „Aber was wäre, wann nur in einer Gemeinde die Ehrenamtlichen einen Monat streiken würden?“, fragte der Superintendent. Die Evangelische Kirche im Burgenland sei dankbar für über 2500 Ehrenamtliche, während der Anteil der Hauptamtlichen nur rund ein Prozent davon betrage. Die durch Ehrenamtliche geleistete Arbeit sei nicht bezahlbar, „Danke, dass Sie als Christen in den Pfarrgemeinden zur Verfügung stehen“. Als Zeichen des Dankes überreichte der Superintendentialausschuss allen Ehrenamtlichen eine CD des Evangelischen Schulwerks Oberschützen, die einen Querschnitt des musikalischen Schaffens bietet.

Superintendentialkurator Gerd Zetter konnte zu dem Empfang zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den burgenländischen Gemeinden begrüßen, als Ehrengäste waren unter anderen die gesamtösterreichische Landeskuratorin Gerhild Herrgesell, der römisch-katholische Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics sowie mehrere Vertreter der Landesregierung nach Markt Allhau gekommen.

Herrgesell: Notwendige Richtlinien, damit Arbeit gelingt

„Ich freue mich, dass die ganze Diözese so öffentlich Menschen dankt, die ihre Kraft, ihren Mut und ihr Wirken der Evangelischen Kirche widmen“, sagte Landeskuratorin Herrgesell in ihrem Grußwort. Herrgesell erinnerte an die kürzlich veröffentlichten „Standards für das Ehrenamt“, die notwendige Richtlinien bieten, „damit Arbeit gelingt“, wie etwa einen „klaren Vertrag, den Hauptamtliche mit Ehrenamtlichen schließen“. Herrgesell: „Ehrenamtliche kann man nicht einfach gebrauchen, Ehrenamtliche sind wichtig, wertvoll und gut zu behandeln und bedanken“.

Präsentiert wurde im Rahmen des Reformationsempfangs auch der neue Kirchenführer des evangelischen Burgenlandes. Auf 246 Seiten bietet das Buch Beschreibungen und reiches Bildmaterial zu den 77 Kirchen, Bethäusern und so genannten Turmschulen. Ebenso finden sich Kontaktadressen und die Gottesdienstzeiten in dem in der Edition Tandem erschienenen Buch. „Evangelische Kirchen im Burgenland sind sichtbar, und die Evangelische Kirche im Burgenland ist erlebbar“, meinte Verlagsinhaber Volker Toth bei der Präsentation.

Musikalisch gestalteten den Empfang eine Bläsergruppe des Evangelischen Schulwerks Oberschützen und die Kantorei Oberschützen, die Orgel spielten Elisabeth Bundschuh und Julia Lehner.

ISSN 2222-2464