Bundespräsident besuchte Hilfsorganisationen

Fischer: „Mensch in den Mittelpunkt stellen“

Wien, 9. September 2004 (epd Ö) Bundespräsident Heinz Fischer ist am Mittwoch, 8. September, einem Wahlversprechen nachgekommen, indem er die Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie und Volkshilfe besuchte. Fischer sprach sich aus diesem Anlass für die „richtige Prioritätensetzung in der Politik“ aus: der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen, betonte er beim Besuch des Wiener Caritas-Spendenlagers „carla mittersteig“. Wenn er einen Beitrag dazu leisten könne, die Aufmerksamkeit auf die Arbeit dieser Organisationen zu lenken, dann tue er das sehr gerne.

Im Spendenlager der Caritas wurde der Bundespräsident von Caritas-Direktor Michael Landau und Caritas-Präsident Franz Küberl empfangen. In diesem sozialökonomischen Projekt werden durch den Verkauf von Sachspenden Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose gesichert. Durch die Gratiskleiderausgabe unterstützt die Caritas obdachlose und mittellose Menschen. „Der Einsatz gegen die Arbeitslosigkeit muss an erster Stelle der politischen Agenda in Österreich und in Europa stehen“, so Michael Landau zum Bundespräsidenten. Man dürfe sich mit Armut und Ungerechtigkeit nicht abfinden. Landau betonte die Wichtigkeit des Sozialstaates für Österreich.

Beim Besuch der Beratungsstelle für Migranten „Amber“ der Diakonie unterstrich der Bundespräsident explizit die Wichtigkeit der Flüchtlingsarbeit und brachte den Mitarbeitern seine Wertschätzung für ihre Arbeit entgegen. Diakonie-Direktor Michael Chalupka zeigte sich „stolz und erfreut“, da der Bundespräsident mit seinem Besuch „Interesse und Mitgefühl an der oft schwierigen sozialen und medizinischen Situation von Flüchtlingen in Österreich“ zeige. Chalupka bezeichnete den Besuch Fischers zum einen als Auszeichnung für die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter, die sich täglich in den Dienst der guten Sache stellen würden; zum anderen habe der Bundespräsident im Zugehen auf Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, eine hohe Vorbildfunktion. Die Einrichtung berät und betreut unversicherte Migranten in ihrer Muttersprache und vermittelt kostenlose medizinische Behandlung durch praktische Ärzte. Der Großteil der Patienten leidet an psychosomatischen Erkrankungen, hervorgerufen durch traumatische Erlebnisse in den Heimatländern und während der Flucht.

Im Volkshilfe Zentrum Süd sah sich der Bundespräsident mit den Problemen im Pflegebereich konfrontiert. Fischer sagte seinen Einsatz und seine Unterstützung besonders für die Pflegeberufe zu. Da dieser Bereich mit einem Mangel an Arbeitskräften und mit zu wenig Anerkennung zu kämpfen habe, werde er immer wieder auf diese Problematik aufmerksam machen. Im Volkshilfe Zentrum Süd sind 371 Mitarbeiter im Pflegebereich im Einsatz und bieten Pflegebedürftigen Heimhilfe, Essen auf Rädern, Hauskrankenpflege und Besuchs- und Reinigungsdienste an.

ISSN 2222-2464