Bünker: Veränderte religiöse Landschaft fordert Kirche heraus

Vor der Synode in Villach sprach sich der lutherische Bischof für eine nach außen orientierte, offene und einladende Kirche aus

Villach (epd Ö) – „Unsere Kirche steht wie andere europäische Kirchen vor der Herausforderung einer fortschreitenden Säkularisierung und Pluralisierung“, sagte Bischof Michael Bünker in seinem Bericht vor der Synode am Donnerstag, 13. November, in Villach. Die religiöse Landschaft verändere sich, so Bünker. „Das betrifft das Grundproblem der Weitergabe des Evangeliums. Diese Weitergabe geschieht nicht mehr von Generation zu Generation.“ Sie sei daher in alle Arbeitsbereiche der Evangelischen Kirche aufzunehmen. „Das ist der Hintergrund der Rede von einem missionarischen Aufbruch der Kirche unter den heutigen Bedingungen.“ So sei verstärkt daran zu arbeiten, „die Evangelische Kirche als eine nach außen orientierte, einladende, offene und gastfreundliche, eben eine ‚missionarische Kirche‘ zu profilieren“. Es bedürfe darüber hinaus gesonderter Bemühungen, „Austrittsgeneigte vom Austritt abzuhalten, ausgetretene Mitglieder wenn möglich wieder zum Eintritt zu bewegen und darüber hinaus neue Mitglieder zu gewinnen“.

Zu der Aufgabe der Weitergabe des Evangeliums gehöre auch die Aktion „Tauftropfen“, die sich an Taufeltern wende und an der 42 Gemeinden teilnehmen, „das ist immerhin ein Viertel der Kirche“.

Bünker betonte die besondere Herausforderung, aber auch die „große Möglichkeit“ des Religionsunterrichts. Dieser sei integraler Bestandteil der Tätigkeit der Pfarrer und Pfarrerinnen: „So sind Gemeinde und Schule sinnvollerweise aufeinander bezogen.“ Ein neuer Schwerpunkt werde bei der geistlichen und persönlichen Bedeutung der Ordination gelegt: „Zum ersten Mal fand in unserer Kirche eine vorbereitende Tagung zur Ordination statt. Diese Tagung soll zur kontinuierlichen Einrichtung werden.“

Ohne Ehrenamtliche ist Kirche undenkbar

Bünker unterstrich die Bedeutung der Ehrenamtlichen in der Kirche: „Ohne ihre Mitarbeit wäre kirchliches Leben in der Evangelischen Kirche undenkbar. Sie übernehmen Leitungsaufgaben bis zu Synode und Oberkirchenrat.“ Missionarische Kirche sei nie allein auf dem Weg, vielmehr sei sie „eingebunden und angebunden“ an die Ökumene der christlichen Kirchen wie etwa der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), deren Generalsekretär Bünker ist. In diesem Zusammenhang nannte Bünker auch den Lutherischen Weltbund (LWB), deren Mitglied die Evangelische Kirche A.B. ist, und die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), an deren Vollversammlung im kommenden Jahr die Evangelische Kirche A.B. mit drei Delegierten beteiligt sein wird.

Die missionarische Kirche habe ein Ziel, so der Bischof. „Es ist notwendig, dass die kirchliche Arbeit sich dessen deutlicher bewusst wird. Ich möchte, dass die Evangelische Kirche A.B. sich auf einen gestalteten und geplanten Weg zum Jahr 2017, zum fünfhundertsten Gedenkjahr der Reformation, nach vorne ausrichtet.“ Das könne etwa bedeuten, sich in vier Schritten mit schwerpunktartigen Themensetzungen zu beschäftigen: „Also 2010, 2012, 2014 und 2016 wesentliche Aspekte, mit denen sich die Evangelische Kirche beschäftigt, herauszustellen.“

ISSN 2222-2464