Bünker kritisiert Verschwendung von Lebensmitteln

In Kenia etwa leiden 3,7 Millionen Menschen, darunter tausende Kinder, unter den langen Dürrephasen. Die Menschen vor Ort sindüber lange Strecken hinweg nicht ausreichend mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt. (Foto: "Brot für die Welt")
In Kenia etwa leiden 3,7 Millionen Menschen, darunter tausende Kinder, unter den langen Dürrephasen. Die Menschen vor Ort sindüber lange Strecken hinweg nicht ausreichend mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt. (Foto: "Brot für die Welt")

„Brot für die Welt“ startet neue Entwicklungshilfe-Kampagne

Graz (epdÖ) – In Österreich wird jedes Jahr eine Million Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen. Jedes fünfte Stück Brot landet im Müll. Der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln habe einen neuen Höhepunkt erreicht, kritisierte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker am Mittwoch, 13. Februar, vor Journalisten in Graz. „Dem gegenüber steht aktuell fast eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern, die an Hunger und Unterernährung leiden. Und die Zahl der Menschen, deren täglich Brot nicht ausreichend gesichert ist, steigt weiter an“, so der Bischof am Aschermittwoch.

In Kenia etwa leiden 3,7 Millionen Menschen, darunter tausende Kinder, unter den langen Dürrephasen. Die Menschen vor Ort seien über lange Strecken hinweg nicht ausreichend mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt. Hinzu kämen hohe Preise für Grundnahrungsmittel. Mais, eines der Hauptnahrungsmittel, koste in Kenia derzeit mehr als in Österreich. Das bedeute, dass die Menschen bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufbringen müssen. Betroffene leben tagtäglich mit Problemen wie Mangelernährung, Verlust von Tierbestand, Wasserknappheit und Krankheiten. „All diese Bedrohungen, die die immer häufiger werdenden Dürreperioden mit sich bringen, machen Entwicklungshilfe-Projekte nötig“, betonte Bünker, der auch Schirmherr von „Brot für die Welt“ – der entwicklungspolitischen Aktion der Evangelischen Kirche – ist.

Gemeinsam mit „Christian Community Services“ (CCS), der Partnerorganisation der Anglikanischen Kirche, baut „Brot für die Welt“ in den betroffenen Gebieten Kenias nachhaltige Strukturen zur Ernährungssicherheit auf. Aleksandra Kolodziejczyk, entwicklungspolitische Referentin von „Brot für die Welt“, besuchte Ende Jänner den Projektpartner in der Mount Kenya East Area. „Besonders beeindruckt hat mich die ganzheitliche Arbeitsweise unseres Projektpartners. In Workshops wird den Leuten vermittelt, wie sie ihre Ernteerträge steigern können, was eine vollwertige Ernährung ausmacht und welche hygienischen Bedingungen einzuhalten sind“, erzählte sie in Graz.

„Die steigende Zahl der Hungernden und die daraus resultierenden Probleme sind besonders beschämend, da sie auch politisch verursacht sind. Wir dürfen nicht vergessen: Die Hungerproblematik ist eine Verteilungsproblematik“, verdeutlichte Bünker. Immer wieder seien es die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, die von den Regierungen gekürzt würden, und auch Österreich nehme seine Verantwortung nicht ausreichend wahr. „Deshalb ist das private und kirchliche Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit besonders wichtig. Außerdem fordern wir immer wieder, dass die österreichische Regierung den versprochenen Beitrag von 0,7 Prozent des Nationaleinkommens für die Entwicklungshilfe leisten muss“, unterstrich der Bischof.

In der Fastenzeit wird „Brot für die Welt“ in Kärnten, Niederösterreich und der Steiermark die Kampagne „Hoffnung in Zeiten der Dürre“ mit Großflächenplakaten bewerben. „Mit dieser Aktion wollen wir das Thema Entwicklungszusammenarbeit wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken. Das Engagement für hungernde und notleidende Menschen ist wichtiger als je zuvor“, resümierte Bischof Bünker.

„Brot für die Welt“ bittet dringend um Ihre Unterstützung: Spendenkonto: PSK 900 566 00, BLZ 60.000

ISSN 2222-2464