Bünker: Kreuz ist Zeichen der Liebe und Versöhnung und kein ‚Kulturlogo‘

Pressekonferenz im Rahmen der evangelischen Synode in Salzburg

Salzburg (epd Ö) – „Das Kreuz ist für uns Evangelische eminent wichtig, Martin Luther hat 1518 immerhin eine Theologie des Kreuzes entworfen“, sagte der lutherische Bischof Michael Bünker bei der Pressekonferenz im Rahmen der Synoden der lutherischen und der reformierten Kirchen am 6. November in Salzburg. Das Kreuz sei ein Zeichen der Versöhnung und der Liebe Gottes. Es sei „traurig“, wenn das Kreuz zu einem Ärgernis werde. „Was wir aber nicht wollen, ist, dass das Kreuz zu einem ‚Kulturlogo‘ wird, denn dadurch wird es entkräftet.“ Die Inhalte, die mit dem Kreuz verbunden werden, seien wichtiger als die Symbole. „Selbstverständlich“ hätten die Symbole und Rituale ihren Platz bei Feiern wie etwa Schulgottesdiensten: „Hier gehört alles hin, was Religion ausmacht.“ Solange es die geltende Regelung der Kreuze in Österreich gebe, sei er dafür, dass Kreuze in den Klassenzimmern hängen, so der Bischof. „Wichtiger aber ist es, dass die Religionen an den Schulen präsent sind und zwar authentisch die Religionsgemeinschaften selbst.“

Hennefeld: Präsenz der Religion im öffentlichen Raum gewährleisten

„Wir Reformierte haben keine Kreuze in unseren Kirchen, und so wäre es komisch, wenn ich für die Kreuze in den Klassenzimmern wäre“, sagte der Landessuperintendent der reformierten Kirche, Thomas Hennefeld. Wofür sich die reformierte Kirche allerdings stark mache, sei die Präsenz der Religion im öffentlichen Raum. Es gehe nicht um das Kreuz im Klassenzimmer, sondern um die Verdrängung der Religion aus dem öffentlichen Raum. Die Christen sollen in die Gesellschaft hineinwirken. Hier sei es „sehr problematisch, wenn die Religion zunehmend privat wird“.

Krömer: Urteil der Großen Kammer abwarten

Der Präsident der Synoden, Peter Krömer, wies darauf hin, dass zunächst einmal das Urteil der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofes in Straßburg abgewartet werden müsse. „Hier kommt es wesentlich auf die Begründung dieser Kammer an. Dann können wir auch die weiteren Folgen absehen.“ Zunächst basiere das Urteil auf dem Recht der Eltern auf religiöse Kindererziehung und nicht auf dem Recht der Religionsfreiheit. Krömer will abwarten, wie die Große Kammer entscheide. Gleichwohl war für ihn das Urteil ein „gewisser Schock, das will ich gar nicht bestreiten“.

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ISSN 2222-2464