Bünker: Kosovo und Irak keine gerechten Kriege

Kirchen gegen Missbrauch des Christentums für Legitimierung von Krieg

Wien, 3. März (epd Ö) Ein Jahr nach dem Irak-Krieg stehe nun eindeutig fest, dass die offiziellen Kriegsgründe der angreifenden Mächte nicht vorhanden gewesen seien, erklärte der evangelische Oberkirchenrat Hon.Prof. Dr. Michael Bünker am Sonntag, 29. Februar, in Wien. Zugleich sprach sich das Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirchenleitung entschieden gegen den „Missbrauch des Christentums für die Legitimierung von Krieg und Gewalt“ aus.

Bei der Veranstaltung der ökumenischen „Aktionsgemeinschaft Christen für die Friedensbewegung“ in der Reformierten Gemeinde Wien-West (Schweglerstraße) wies Bünker auf Grund der traditionellen Kriterien der christlichen Friedensethik nach, dass es sich weder beim Kosovo- noch beim Irak-Krieg um „gerechte Kriege“ gehandelt habe. In beiden Fällen hätten sowohl das Kriterium der „legitimen Autorität“ als auch die zweifelsfrei „gerechte Sache“ gefehlt.

Der Oberkirchenrat erinnerte daran, dass sich alle 14 anerkannten christlichen Kirchen in Österreich im Rahmen des Sozialwortes auch zum Thema Frieden geäußert haben. Dieser sei eine „politische Aufgabe, eingebettet in soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung“. Die Kirchen müssten sich für die Förderung des Friedens und die Verhinderung von Kriegen, für politische Lösungen von Konflikten, wirtschaftliche Gerechtigkeit sowie für die Stärkung der Vereinten Nationen und des Völkerrechts engagieren.

Bünker hob auch hervor, dass das Ökumenische Sozialwort ein klares Bekenntnis zur österreichischen Neutralität und gegen den Beitritt zu einem Militärbündnis enthalte.

ISSN 2222-2464