Bünker: Kirchen setzen sich für gerechten Frieden ein

Ökumenisches Friedensgebet zum Weltfriedenstag in der Wiener Ruprechtskirche

Wien (epd Ö) – Die Kirchen, „die zwar in vielen Fragen nicht eins sind“, werden in der Frage des Friedens und der Überwindung von Gewalt von einer „weitreichenden und tiefgreifenden Einmütigkeit“ getragen. Das betonte der neue evangelisch-lutherische Bischof Dr. Michael Bünker bei seinem ersten öffentlichen Termin am Neujahrstag, dem Weltfriedenstag. Auf Einladung der römisch-katholischen Gemeinschaft Sant´Egidio gestaltete Bünker ein ökumenisches Friedensgebet in der Wiener Ruprechtskirche mit.

Der Beitrag von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften liege im Einsatz für einen gerechten Frieden. Der Lehre vom gerechten Krieg erteilte Bünker eine klare Absage: „Es gibt definitiv keinen gerechten Krieg. Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist – wie wir sehen – mit Krieg nicht möglich.“ Eine international agierende Polizei, internationale Gerichtshöfe, die auch von den USA anerkannt würden, wären hilfreicher. Auch die als ultima ratio nicht auszuschließende militärische Intervention bei schlimmen Menschenrechtsverletzungen müsse „an so strenge Bedingungen geknüpft werden, dass sie nicht zur Legitimation von Krieg allein herangezogen werden kann“.

Der Bischof erinnerte daran, dass Österreich im vergangenen Dezember als zweites Land neben Belgien ein generelles Verbot von Streumunition und Streubomben ausgesprochen habe. Ziel müsse ein weltweites Verbot sein, forderte Bünker. Ermöglicht wurde das Verbot auch durch viele Engagierte aus zivilgesellschaftlichen Gruppierungen. Das Beispiel zeige: „Du kannst etwas bewirken. Dein Einsatz ist nicht umsonst.“

ISSN 2222-2464