Bünker: Keine schnelle Antwort auf die Frage nach Gott in der Katastrophe

Wien (epd Ö) – „Wenn Gott in der Katastrophe einen Ort hat, dann auf Seiten der Opfer.“ Das erklärte Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker zu den theologischen Aspekten der Flutkatastrophe in Südostasien. In einem Interview in der ORF-Sendung „Orientierung“ am 9. Jänner sagte Bünker: „Es ist unabweisbar und auf jeden Fall notwendig, dass in so einer Situation die Frage nach Gott gestellt wird.“ Es gebe jedoch keine schnelle Antwort darauf, „weil wir uns hüten müssen vor einer Vertröstung und vor einem Gottesbild, das uns einen Gott der Strafe und der Vergeltung vor Augen malt.“ Bünker hob hervor: „Wir stehen hier vor dem Geheimnis der Verborgenheit, der Unbegreiflichkeit Gottes.“

Der Oberkirchenrat sagte: „Es wird jetzt keinen Trost geben. Was es geben kann, ist Begleitung, Sympathie, miteinander Dasein.“ Schon Viktor Frankl habe darauf aufmerksam gemacht, dass nur wir selbst durch unsere Haltung und unser Handeln einer derartigen Katastrophe Sinn gegen können.

ISSN 2222-2464