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Bünker in Sibiu: Kirchen müssen sich über Kirchenbegriff und Einheitsbegriff verständigen

Auf der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung wurden kirchliche Einheitsdokumente diskutiert

Sibiu (epd Ö) – Eine Verständigung der Kirchen über den Kirchenbegriff und den Begriff der Einheit ist dringend notwendig. Daran erinnerte der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und designierte Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, in seinem Statement bei einem Diskussionsforum im Rahmen der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung am 5. September in Sibiu.

 

Bünker, der bei dem Diskussionsforum zum Thema „Zusammengerufen zur Einheit im Glauben“ in einem großen Veranstaltungszelt in der Mitte Sibius die GEKE vorstellte, berichtete, dass die Kirchengemeinschaft, die aus der Gemeinschaft der „Leuenberger Konkordie“ hervorgegangen sei, derzeit 105 Kirchen umfasse. Die GEKE ermögliche es, bei bleibender Bekenntnisgemeinschaft eine Kirchengemeinschaft zu realisieren. So könne das Evangelium in einer „legitimen Vielfalt“ dargestellt werden. Dass Kirchengemeinschaft in erster Linie Gottesdienstgemeinschaft sei, versuche die GEKE unter anderem durch die Ermöglichung von Kanzeltausch und durch ein gemeinsames Gesangbuch in die Tat umzusetzen. Schwerpunkte der theologischen Arbeit in der GEKE seien zurzeit die Themen „Schrift – Bekenntnis – Kirche“ sowie „Amt und Ordination“. Bünker zitierte den deutschen Theologen Eberhard Jüngel, demzufolge es für die Einheit der Kirche erforderlich sei, „dass es dem Heiligen Geist gelingt, sich ein bisschen mehr einzumischen“.

 

Die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre: Hermeneutik des Vertrauens

 

„Eine neue Kultur des ökumenischen Miteinanders“ erblickt der deutsche Theologe Prof. Dr. Wolfgang Thönissen in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre der lutherischen Kirchen und der Römisch-katholischen Kirche. Wie Thönissen bei dem Diskussionsforum ausführte, stelle die Erklärung einen „Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre“ dar. Sie sei von einer „ökumenischen Hermeneutik des Vertrauens“ bestimmt, die auf gegenseitiges Verurteilen verzichte, und wolle zur Überwindung der Spaltung der Christenheit beitragen. Ihre Methode sei der „differenzierte Konsens“. Dies bedeute „einen Konsens, der verbleibende Unterschiede nicht ausschließt“.

 

Über die von mehreren Kirchen Nordeuropas und einigen südeuropäischen Kirchen unterzeichnete „Parvoo-Erklärung“ berichtete die isländische Theologin Steinunn A. Björnsdóttir bei dem Diskussionsforum. In dem nach einem finnischen Ort benannten Dokument spielten das Abendmahl und der Begriff der apostolischen Sukzession insbesondere der Bischöfe eine wesentliche Rolle. Auch in der Parvoo-Erklärung sei das Streben nach sichtbarer Einheit der Kirche festgehalten. Allerdings gebe es in der Frage der Frauenordination mit den anderen Kirchen „noch keine Einigung“.

 

www.eea3.org

ISSN 2222-2464