Bünker: „Grenzen als Brücken gestalten“

Markt der Möglichkeiten bei den Christlichen Begegnungstagen in Bratislava. Im Bild der Stand der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich.

Christliche Begegnungstage in Bratislava mit über 6000 BesucherInnen

Bratislava-Wien (epd Ö) „Wir sehen als Christinnen und Christen Grenzen im Licht der Nähe Gottes, das heißt, wir sehen sie im Licht der Versöhnung, die in Jesus Christus geschehen ist“, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in seinem Grußwort im Rahmen der Christlichen Begegnungstage, die an diesem Wochenende in Bratislava stattfinden. Vor einigen Jahren noch sei die Grenze zwischen Wien und Bratislava annähernd unüberwindlich gewesen, „heute fahren wir ungehindert hin und her“. Die Grenze sei eine Mauer gewesen, „heute ist sie Brücke zwischen uns“. Selbstverständlich gebe es Grenzen zwischen Kulturen, der Geographie oder der Sprache etwa: „Grenzen zeigen etwas von der großen Vielfalt, die das Leben ausmacht. Wer Vielfalt bejaht, wird auch Grenzen und Unterschiede bejahen.“ Die „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE) beschreibe ihre Vision von der Einheit der Kirchen in der Ökumene als „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“. Dies könne auch ein Motto sein für Kulturen, Nationen und Sprachen in Europa, so Bünker, der auch Generalsekretär der GEKE ist. „So gestalten wir im Licht der Nähe Gottes Grenzen als Brücken, als Verbindungen. So bemühen wir uns, Mauern und Zäune jeden Tag abzubauen.“

Zu den Christlichen Begegnungstagen, die heuer zum siebenten Mal stattfinden, kommen ChristInnen aus Deutschland, Kroatien, Österreich, Polen, der Slowakei, der Tschechischen Republik, der Ukraine und aus Ungarn in der slowakischen Hauptstadt zusammen. „Ich hoffe, dass dieses Treffen unseren Glauben in Jesus Christus und unsere Zusammenarbeit in der Gemeindearbeit stärken und vertiefen wird. Und ich hoffe, dass Christlichen Begegnungstage alle ChristInnen ermutigen wird, mehr Interesse an bürgerlich-öffentlichen Angelegenheiten zu zeigen, was zur Freundschaft zwischen unseren Völkern beitragen kann“, erklärte der gastgebende slowakische lutherische Generalbischof Milos Klatik.

Kleiner Kirchentag

Das Motto dieses „kleinen Kirchentages“ lautet „Mit Christus verbunden – gemeinsam in Europa“. So konnten die über 6000 BesucherInnen etwa ein Christliches Jugendtreffen mit zahlreichen Bands besuchen oder Diskussionsforen zu Themen wie die „Interkulturellen Beziehungen in Europa und der Beitrag der Kirche zu deren Entwicklung“, „Dekalog im globalisierten Europa“ oder „Weibliche Spiritualität“. Zu dem Programm gehörten auch etliche Bibelstunden und Gottesdienste in den Evangelischen Kirchen Bratislavas und Umgebung. Auch die evangelische Pfarrgemeinde Deutsch Jahrndorf ist eine der gastgebenden Gemeinden.

Auf dem „Markt der geistlichen Möglichkeiten“ haben sich am 28. Juni über 30 Organisationen wie die Diakonie, die Evangelische Jugend Sachsen und die Evangelische Kirche A.B. in Österreich präsentiert.

ISSN 2222-2464