Bünker: Freiheit und Verantwortung wichtig für Zusammenleben in Europa

Das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen ist eine „besondere Herausforderung und ein besonderer Reichtum Europas“, sagte Bischof Michael Bünker in seiner Neujahrsansprache. Foto: epd/Uschmann
Das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen ist eine „besondere Herausforderung und ein besonderer Reichtum Europas“, sagte Bischof Michael Bünker in seiner Neujahrsansprache. Foto: epd/Uschmann

Bischof erinnert in Neujahrsansprache an europäische Werte und Reformationsjubiläum

Wien (epdÖ) – „Auf zwei Dinge kommt es beim Zusammenleben von Menschen aus evangelischer Sicht besonders an: Freiheit und Verantwortung“, sagte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in seiner Neujahrsansprache, die am 1. Jänner 2017 auf ORF2 ausgestrahlt wurde. „Heute bin ich beeindruckt, wie auf engem Raum im städtischen Bereich Menschen unterschiedlicher Nationalität und Kultur, unterschiedlicher Religion und Sprache als Nachbarn zusammenleben. Dieses Zusammenleben ist eine besondere Herausforderung und ein besonderer Reichtum Europas, ein Geschenk, auf das wir zu achten haben.“

Aufgabe für Christinnen und Christen sei es, die Freiheiten, wie sie in den Menschenrechten festgehalten sind, zu bewahren sowie diese zu schützen, wo sie bedroht, und zu bewahren, wo sie eingeschränkt sind. Diese Freiheit werde verwirklicht in der Verantwortung, die jede und jeder zu tragen habe. „Verantwortung für Menschen in Not, die unsere Hilfe brauchen, unsere Nachbarn und unsere Nächsten, aber auch Menschen auf der Flucht“, so Bünker. Aber auch gegenüber der Schöpfung sei der Mensch verantwortlich, betonte der Bischof angesichts der sichtbaren Folgen des Klimawandels.

2017 feiern die Evangelischen Kirchen weltweit 500 Jahre Reformation. Bischof Bünker erinnerte in seiner Neujahrsansprache daran, dass auch das Reformationsjubiläum der Evangelischen Kirchen in Österreich unter dem Leitmotiv „Freiheit und Verantwortung“ stehe. Die Reformation bezeichnete er als ein Fundament Europas; sie sei zuerst in den Städten von den Menschen angenommen worden, etwa in Wien, das lange Zeit mehrheitlich evangelisch war. Bünker, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist, verwies in seiner Ansprache auf das Projekt „Reformationsstädte“, ein Partnerschaftsprojekt europäischer Kirchen und Städte anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation. Sieben von 75 europäischen Reformationsstädten befinden sich in Österreich: Graz, Klagenfurt, St. Pölten, Steyr, Villach, Waidhofen/Ybbs und Wien.

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ISSN 2222-2464