Bünker: Eigenes Konsumverhalten prüfen

„Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchten wir drei Erden“, sagt der Schirmherr der Aktion „Brot für die Welt“, Bischof Michael Bünker", zur beginnenden Fastenzeit. Foto: Brot für die Welt/Karin Desmarowitz
„Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchten wir drei Erden“, sagt der Schirmherr der Aktion „Brot für die Welt“, Bischof Michael Bünker“, zur beginnenden Fastenzeit. Foto: Brot für die Welt/Karin Desmarowitz

Schirmherr von „Brot für die Welt“ für achtsamen Umgang mit Nahrungsmitteln

Wien (epdÖ) – Allein in Österreichs Haushalten landen jährlich 366.700 Tonnen Lebensmittel und Speisereste im Müll, belegt eine Studie des Ökologie-Instituts aus dem Jahr 2016. „Das hat katastrophale ökologische Folgen, die wir an unsere künftigen Generationen weitergeben“, erklärt der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker anlässlich der kommenden Fastenzeit. Bereits jetzt übersteige unser Lebensstil die Kapazitäten der Erde. „Würden alle Menschen so leben wie wir ÖsterreicherInnen, bräuchten wir drei Erden“, so der Bischof und Schirmherr der Aktion „Brot für die Welt“. Während in Österreich durchschnittlich ein Viertel der gekauften Lebensmittel entsorgt werde, seien weltweit beinahe zwei Milliarden Menschen von Hunger und Mangelernährung betroffen.

Freiheit und Verantwortung

„Freiheit und Verantwortung“ sind die Leitmotive der Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum, das die Evangelischen Kirchen heuer begehen. An diese Grundprinzipien erinnert Bischof Bünker auch in Bezug auf den täglichen Umgang mit Nahrungsmitteln: „Aus unserer Freiheit, zu wählen, welche und wie viele Lebensmittel wir kaufen, erwächst natürlich zugleich auch unsere Verantwortung für die daraus entstehenden Konsequenzen“, sagt der Bischof, dem die Thematik der Entwicklungszusammenarbeit seit jeher ein wichtiges Anliegen ist.

206.000 Tonnen des Nahrungsmülls in Österreich könnten vermieden werden, wenn genau geplant und nur so viel gekauft würde, wie tatsächlich gebraucht wird. „Der Wert dieser Abfälle bemisst sich auf 1,3 Milliarden Euro im Jahr – damit könnte Brot für die Welt in afrikanischen Ländern 92 Millionen Familien mit dürreresistentem Saatgut versorgen“, folgert Bünker. Auch durch einen bewussteren und mäßigeren Fleischkonsum kann der Ressourcenverbrauch maßgeblich reduziert werden. Österreich belegt in Punkto Fleischkonsum einen Spitzenplatz auf der Weltrangliste. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, werden – je nach Tierart und Haltungsform – 6 bis 16 Kilogramm Futtermittel benötigt.

Nachhaltige Entwicklungsziele der Vereinten Nationen verankern

Den Weg in eine nachhaltige Zukunft und eine gerechtere Welt könnten die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDG’s) weisen, die im September 2015 in Österreich in Kraft getreten sind. „Leider fehlen hierzulande noch immer – anders als in anderen Staaten – der Umsetzungsplan und die Strategie“, kritisiert der Bischof und appelliert an die Regierung, sich unverzüglich deren Umsetzung, mit dem obersten Ziel „der Beendigung der extremen Armut in allen Formen und überall in der Welt“, zuzuwenden.

In den Projekten von Brot für die Welt werden Armut und Hunger bekämpft, indem nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft gefördert wird. So können Menschen der Armut entkommen und ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen. „Wenn wir bewusst weniger verschwenden und stattdessen in die Zukunft jener Menschen investieren, die es am nötigsten brauchen, machen wir die Welt zu einem besseren Ort“, so Bünker abschließend.

ISSN 2222-2464