Bünker: „Differenzen zwischen Kirchen positiv bewerten“

Bei der Ökumenischen Akademie in Salzburg stellte der GEKE-Generalsekretär und lutherische Bischof das Gemeinschaftsmodell der versöhnten Verschiedenheit vor

Salzburg, 19. Mai 2008 (epd Ö) – „Ein Weiterkommen auf dem Weg der Ökumene setzt eine positive Bewertung der bleibenden Differenzen zwischen den Kirchen voraus.“ Das erklärte der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Michael Bünker, am Donnerstagabend, 15. Mai, bei der Ökumenischen Akademie in Salzburg. Sobald bleibende Differenzen ihre kirchentrennende Wirkung verloren hätten, sei Kirchengemeinschaft zwischen den Kirchen möglich, so der lutherische Bischof. Diese Gemeinschaft bestehe in Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft, in der gegenseitigen Anerkennung der Ämter und in gemeinsamem Zeugnis und Dienst. Das Ökumenemodell, wie es in der GEKE gelebt werde, sei „dynamisch“ und auf Weiterentwicklung angewiesen.

Kirchengemeinschaft bedeute hier keine strukturelle Einheit, sondern ein „Modell der Vielfalt“. In der „versöhnten Verschiedenheit“ würden Unterschiede zwischen den Kirchen „im Sinne der produktiven Differenz“ verstanden und würden so ihre kirchentrennende Wirkung verlieren. Der ökumenische Dialog stehe vor der Aufgabe, „die bestehenden Differenzen daraufhin zu prüfen, ob sie bleibend und kirchentrennend sind“. Grundvoraussetzung dafür sei die gegenseitige Achtung und Anerkennung als Kirchen.

Bünkers Vortrag eröffnete die 91. Ökumenische Akademie, zu der Pro Oriente eingeladen hatte. An der nicht öffentlichen Studientagung nahmen VertreterInnen der evangelischen, orthodoxen, altkatholischen und römisch-katholischen Kirche teil, darunter Superintendentin Luise Müller, Metropolit Michael Staikos, Bischof Manfred Scheuer und Prof. Grigorios Larentzakis.

ISSN 2222-2464