Bünker: „Aktive Gewaltlosigkeit“ statt Hochrüsten

Studientag zum Thema „Gewalt überwinden“ im Albert Schweitzer Haus

Wien (epd Ö) – Gegen ein Modell des „Hochrüstens auf allen Seiten“ und für einen „Lebensstil der aktiven Gewaltlosigkeit“ hat sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker bei einem Studientag zum Thema „Gewalt überwinden – Was kann ich für den Frieden tun?“ am Samstag, 29. November, im Wiener Albert Schweitzer Haus ausgesprochen. Frieden bringen könne ein „christlicher Lebensstil der Verlässlichkeit und des gegenseitigen Vertrauens“. Ziel sei nicht „Unverwundbarkeit“, die es in der Realität ohnehin nie geben könne, sondern die Überwindung von Gewalt, betonte der Bischof.

Veranstalter waren neben der Evangelischen Akademie eine Arbeitsgruppe des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), die österreichische bischöfliche Kommission „Iustitia et Pax“ sowie das „Österreichische Netzwerk für Frieden und Gewaltfreiheit“. Die Tagung fand im Rahmen der zwei Friedensdekaden 2001/2010 statt: der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“, ausgerufen vom Weltkirchenrat, und der UNO-Dekade für eine „Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder der Welt“. Bei der Tagung präsentierten sich zahlreiche Organisationen und Initiativen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, wie etwa Freiwilligendienste im sozialen, ökologischen und entwicklungspolitischen Bereich.

Bei einem Gesprächskonzert traten Marwan Abado, palästinensischer Sänger, Komponist und Oudspieler (orientalische Kurzhalslaute) sowie der aus einer österreichisch-russisch-jüdischen Familie stammende Geiger Aliosha Biz gemeinsam auf. Zwischen deren Darbietungen wurden Erfahrungsberichte über Friedenseinsätze und interreligiöse Projekte präsentiert.

ISSN 2222-2464