Buchpräsentation: Calvin in seinem Bezug zu Österreich

Neues Werk zum Reformator zeigt die Auswirkungen auf die österreichische Reformierte Kirche

Wien (epd Ö) – „Noch immer wird Johannes Calvin einseitig als lebensfeindlicher Asket dargestellt“, sagte Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld bei der Buchpräsentation „Calvin – Vom Katholikenschreck zum Mann der Ökumene“ am Freitag, 10. Juli, in der reformierten Pfarrgemeinde Innere Stadt in Wien.

Hennefeld, der das Buch gemeinsam mit dem Altlandessuperintendenten Peter Karner herausgegeben hat: „Wir haben dagegen versucht, Calvin in seinen Lebensumständen darzustellen und die Verbindungen und Auswirkungen Calvins auf Österreich herauszuarbeiten.“ Am 10. Juli, dem Tag der Buchpräsentation, jährte sich der Geburtstag Calvins zum fünfhundertsten Mal.
Die reformierte Theologin Erika Tuppy, die für das Buch die Calvin-Biographie von Henry Babel aus dem Französischen neu übersetzt hat, betonte, dass Calvin in seiner Entwicklung ein Mensch geblieben sei, „der fähig war zu lebenslangen Freundschaften und den die Menschen gern um sich hatten“. Calvin sei ein Wegbereiter der innerprotestantischen Ökumene gewesen.

Hennefeld, Karner und Tuppy präsentierten in einer Lesung einen Querschnitt des Buches, das aus zwei Teilen besteht: Im ersten Teil finden die LeserInnen die übersetzte Babel-Biographie, der zweite Teil enthält Texte aus unterschiedlichen Epochen, die meisten stammen von Calvin-Feierlichkeiten aus dem 20. Jahrhundert. Der Untertitel des Buches beziehe sich nicht auf Calvins Entwicklung, sondern auf die „breite Darstellung von Calvin in der Literatur, die in unserem Buch wiedergegeben ist“, so Hennefeld.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Johannes Münzner.

Thomas Hennefeld / Peter Karner: Calvin – Vom Katholikenschreck zum Mann der Ökumene, erschienen im Verlag Der Apfel, 198 Seiten, 26,80 Euro, ISBN 978-3-85450-260-9

ISSN 2222-2464