Bubik: „Kirchen müssen glaubhaftes Zeugnis ablegen“

Anlässlich des Klimagipfels in Kopenhagen lud die Evangelische Akademie Wien zur Debatte

Wien (epd Ö) – „Umkehr zum Leben – Die Kirche und der Klimawandel“ – unter diesem Titel hatte die Evangelische Akademie Wien am Montagabend, 14. Dezember, zu einer Diskussion ins Albert Schweitzer Haus geladen. Mit Hilfe von Experten wurde der Frage nach dem konkreten Beitrag der Kirchen im Kampf um den Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung nachgegangen. Eingeladen waren neben „Diakonie

Eine Welt“-Geschäftsführer Michael Bubik auch Ulrich Kral, Mitarbeiter am Department für Ressourcenmanagement an der Technischen Universität Wien, und Heinrich Wohlmeyer, Professor an der Universität für Bodenkultur. Beide Wissenschaftler sind zudem noch in der ARGE Schöpfungsgemeinschaft, einer interreligiösen Ökologiebewegung, aktiv.
Eine „mangelhafte“ Glaubwürdigkeit ortet Michael Bubik bei den Kirchen in Sachen Umweltschutz. Die offiziellen Amtskirchen verhielten sich beim Thema Klimaschutz einfach zu passiv, kirchliche Klimainitiativen würden fast ausschließlich von Einzelinitiativen geprägt, kritisierte der Theologe und Ökonom. Außerdem, so Bubik, müsse die Frage nach dem Umweltschutz mit jener nach Gerechtigkeit verknüpft werden, gerade hier müssten sich die Kirchen besser positionieren.

Ulrich Kral: „Auch die Ölheizung in der Pfarre ist schuld“

Es reiche nicht mehr aus, „mit der Jungfrau Maria zu argumentieren“, vor allem der Dialog mit der Wissenschaft müsse laut Ulrich Kral verstärkt werden. Auch für den TU-Wissenschaftler ist die kirchliche Umweltarbeit „wenig fruchtbar“, vielmehr müssten Veränderungen auf der Pfarrebene, wie zum Beispiel eigene Solaranlagen, besser unterstützt werden.

Heinrich Wohlmeyer: „Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage ist höchste Asozialität“

Für den Boku-Professor Heinrich Wohlmeyer mangelt es vor allem am Verständnis bei der Umweltfrage. Technische Veränderungen müssten besser angenommen werden, hier sollten auch die Kirchen aktiver werden. Dass die eigene Lebensgrundlage zerstört werde, bezeichnete der Wissenschaftler als „höchste Asozialität“.

ISSN 2222-2464