Brot für Hungernde: Entwicklungsarbeit folgt auf Katastrophenhilfe

Diakonie-Katastrophenhilfe unterstützt Projektpartner von Brot für Hungernde – Diakonie-Mitarbeiterin in Südindien

Wien (epd Ö) – Bettina Klinger, Mitarbeiterin der Diakonie Österreich, ist am Dienstag, 11. Jänner, nach Südindien gereist. Bis nächste Woche Donnerstag besucht Klinger lokale Projektpartner der Diakonie Auslandshilfe, um mit ihnen den weiteren Bedarf an Hilfe zu beraten und sie bei der Planung erster Schritte in Richtung Wiederaufbau zu unterstützen. In den ersten Tagen wird sich Klinger hauptsächlich in der Region um Chennay aufhalten und langjährige Projektpartner der Aktion „Brot für Hungernde“ der Evangelischen Frauenarbeit Österreich besuchen.

„Unsere Beziehungen zu den Partnerorganisationen in Südindien haben sich als äußerst hilfreich erwiesen“, berichtet Mag. Lisa Sterzinger, Referentin der Aktion Brot für Hungernde. Im vergangenen Juli hatte Sterzinger das betroffene Gebiet und die Partnerorganisationen besucht.

Die Vereinte Evangelisch-Lutherische Kirche in Südindien (UELCI) habe sich mittlerweile einen Überblick über das Ausmaß der Verwüstung verschafft, berichtet die Referentin. Gemeinsam mit den Mitgliedskirchen in Tamilnadu und Andhra Pradesh wurden Hilfszentren in Nagapatinam, Cuddalore, Nagarcoil, Chirala and Tranquebar eingerichtet, um die betroffenen Menschen mit dem Notwendigsten zu versorgen. 25.000 Familien haben entlang der südindischen Küste ihre Existenz verloren. Vidhya Rani, Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit in Indien, und Dr. Sharada Devi, die beide schon in Österreich zu Gast waren, koordinieren die Zusammenarbeit mit den internationalen Hilfsorganisationen.

Soforthilfe für 4.455 Familien

Dr. Sheila Benjamin, Generalsekretärin des NGO-Netzwerkes SCINDEA, schickte eine Bestandsaufnahme der Verwüstung am Ufer des Pulicatsees im Süden von Tamilnadu. An diesem weltweit zweitgrößten Brackwassersee, der sich zum Golf von Bengalen öffnet, wurden die Boote, Netze und Hütten der Fischer weggespült. Sterzinger: „Das Wasser ist stark verschmutzt, frühestens in drei Monaten kann dort wieder gefischt werden.“ Die Mitarbeiter des Integrated Fisherfolk Development Projects, Mitgliedsorganisation im SCINDEANetzwerk, ersuchten um Soforthilfe für 4.455 Familien aus elf Dörfern, die aus dem Katastrophengebiet evakuiert wurden. „Sie hungern und müssen mit Reis und Linsen – vorerst für einen Monat – versorgt werden, Kochgeschirr und die nötigste Kleidung müssen beschafft werden“, beschreibt Sterzinger die dramatische Situation. Allein bei diesem Projekt gehe es um eine Summe von mehr als 180.000 Euro, „ein Betrag, der das Spendenaufkommen von Brot für Hungernde weit übersteigt.“ Zusammen mit der Diakonie-Auslandshilfe soll nun schnell geholfen werden. Laut Dagmar Lassmann von der Diakonie-Auslandshilfe unterstütze die Diakonie die langjährigen Projektpartner von Brot für Hungernde aus eigenen Mitteln sowie aus der Aktion Nachbar in Not.

Nachhaltige Aspekte

Während die Diakonie-Auslandshilfe schnelle und kurzfristige Katastrophenhilfe leistet, stehen bei den Projekten der Aktion „Brot für Hungernde“ nachhaltige Aspekte im Vordergrund. An die Katastrophenhilfe müsse direkt die Entwicklungsarbeit anschließen. „Beim Wiederaufbau und der weiteren Entwicklungsarbeit möchten wir unsere Partner in bewährter Weise unterstützen und die Katastrophenhilfe in sinnvoller Weise ergänzen“, sagt Sterzinger und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit der Diakonie. Sowohl die noch laufende Weihnachtssammlung als auch die Osteraktion 2005 von „Brot für Hungernde“ werden Projekte in Südindien fördern. „Bitte helfen Sie mit, die längerfristige Arbeit mit den Flutopfern und den Menschen in den benachbarten Regionen sicherzustellen, wenn Südindien als Katastrophenschauplatz wieder aus den Medien verschwunden sein wird“, heißt es in der Aussendung von „Brot für Hungernde“.

Spendenkonto Brot für Hungernde – Evangelische Frauenarbeit: PSK 1.219.003 (BLZ 60.000); Spendenkonto Diakonie Auslandshilfe: PSK 23.13.300 (BLZ 60.000). Kennwort: Katastrophenhilfe

ISSN 2222-2464