Bodensee-Kirchentag in Bregenz

Fest für Frieden und Gerechtigkeit

Feldkirch, 26. Juni 2002 (epd Ö) Die Vision einer Welt des Friedens und des entschiedenen Kampfes gegen Hunger, Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Krieg kennzeichnete den Bodensee-Kirchentag, der am Wochenende vom 21. bis 23. Juni in Bregenz stattfand. Rund 6.500 Christen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz feierten in der Vorarlberger Landeshauptstadt ein Fest des Glaubens unter dem Motto „Selig die Gewaltlosen … denn ihnen wird die Erde gehören“.

„Angesichts des herrschenden Unfriedens und Terrors in der Welt müssen die Kirchen ein klares Bekenntnis für Frieden, Versöhnung und Gewaltlosigkeit ablegen, die ihren Ursprung in der Gerechtigkeit hat“, forderte der aus Vorarlberg stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler. Heute würden durch die Globalisierung neue Mauern zwischen Gewinnern und Verlierern, zwischen Reichen und Armen aufgebaut, sagte Kräutler: „Wir Christen setzen unsere Hoffnung in die Globalisierung der Solidarität“.

Auch die deutsche Theologin Dorothee Sölle unterstrich, dass die Kirchen gemeinsam „gegen die moderne Sklaverei durch die global arbeitenden Konzerne“ aufstehen müssen.

Beim Bodensee-Kirchentag gab es ein dichtes Programm an Vorträgen, Diskussionen, Bibelarbeiten und Konzerten. Im Rahmen eines „Marktes der Möglichkeiten“ konnten sich mehr als 30 Gruppen und Organisationen präsentierten, die sich für sozial Schwächere, für Gerechtigkeit und für Frieden einsetzen. Es ist wichtig, über die Grenzen der eigenen Kirche zu schauen, sagte der Vorarlberger Diözesanbischof, Klaus Küng, bei der Abschluss-Veranstaltung in den Bregenzer Seeanlagen. Denn man sei in den wesentlichen Punkten eins. Andernfalls laufe Europa Gefahr, nur mehr von wirtschaftlichen und anderen Interessen regiert zu werden und menschliche Werte preiszugeben.

ISSN 2222-2464