Bludenz: Protest gegen Nazischmierereien

Die Nazischmierereien in Bludenz hat der evangelisch-reformierte Oberkirchenrat Michael Meyer scharf verurteilt. Foto: wikimedia/gsigsi
Die Nazischmierereien in Bludenz hat der evangelisch-reformierte Oberkirchenrat Michael Meyer scharf verurteilt. Foto: wikimedia/gsigsi

Michael Meyer: Erinnern an schlimmste Zeit der europäischen Geschichte

Dornbirn/Bludenz (epdÖ) – Betroffen von den Nazischmierereien am BMX-Clubheim in Bludenz zeigt sich der evangelisch-reformierte Pfarrer und Oberkirchenrat Michael Meyer. Unbekannte hatten dort die Außenfassade des Clubheims mit insgesamt drei bis zu zwei Meter großen Hakenkreuzen sowie dem Wortlaut “Heil Hittler” (sic!) beschmiert.

Die Nazisymbole „erinnern an die schlimmsten Zeiten der europäischen Geschichte“, hält Meyer in einer Aussendung fest. Hakenkreuz und Hitlergruß seien Symbole einer rassistischen Politik, die Leid, Terror und Tod über Europa gebracht habe und die Ermordung von über sechs Millionen Juden. „Es erfüllt mich mit großer Sorge“, so Meyer weiter, „dass derartige herabsetzende und rassistische Symbole in unserer Umgebung wieder zu sehen sind. Ich erwarte eine konsequente Verfolgung des Täters bzw. der Täter und entsprechende gerichtliche Schritte gegen die Drahtzieher dieser Aktionen.“

Die Schmierereien, die ausgerechnet während des Christfestes stattgefunden haben, seien ein Symbol des Hasses. Meyer: „Aber der Jude Jesus von Nazareth, dessen Geburt in diesen Tagen auf der ganzen Welt gefeiert wird, ist ein Symbol der Liebe und verbindet viele Millionen Menschen in der Hoffnung auf Versöhnung und Frieden zwischen Juden, Christen und Muslimen.“

Meyer, der Pfarrer in Dornbirn ist und dem Oberkirchenrat – der gesamtösterreichischen Leitung der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich – angehört, ruft zu mehr Aufmerksamkeit und „klaren Stellungnahmen“ gegenüber der rechtsradikalen Szene und Symbolik auf. Es gelte „unmissverständlich klarzustellen, dass alle, die Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft verbreiten, auch wenn sie nicht strafbare Handlungen begehen, den Frieden in unserer Gesellschaft gefährden“.

ISSN 2222-2464