Bischof Sturm zum Tod von Altbundespräsident Kurt Waldheim

Wien (epd Ö) – Als einen Menschen, der bis ins hohe Alter hinein „sein Interesse für eine friedliche Entwicklung Europas zum Ausdruck gebracht hat“ hat der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm den verstorbenen Altbundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim gewürdigt. Die Stellungnahme vom Donnerstag, 14. Juni, hat folgenden Wortlaut:

 

„Ich bin betroffen über den für mich unerwarteten Tod von Dr. Kurt Waldheim und möchte zuallererst seiner Frau und seiner Familie mein herzliches Beileid ausdrücken.

Dr. Kurt Waldheim hat in seiner 10-jährigen Amtszeit als UNO-Generalsekretär viel zum guten Ruf Österreichs in der Welt beigetragen. Persönlich habe ich ihn erlebt als einen Menschen, der bis ins hohe Alter hinein, immer begleitet von seiner Frau, an vielen öffentlichen Anlässen teilgenommen hat und so sein Interesse für eine friedliche Entwicklung Europas zum Ausdruck gebracht hat.

Ich habe mich sehr gefreut, dass der Altbundespräsident bei meiner Amtseinführung vor 12 Jahren anwesend war. Ein eindrucksvolles Grußwort hat er anlässlich des 60. Geburtstages von Bischof Dieter Knall im Rahmen einer Donaukirchenkonferenz gesprochen, wo er Bischof Knall als profunden Kenner Osteuropas gewürdigt und festgestellt hat, dass hinter seiner Tätigkeit das Bemühen stehe, ‚aus dem reformatorischen Erbe ein Konzept für das neue Europa wachsen zu lassen’ – ein Wort, das sich heute ganz prophetisch ausnimmt.

 

Bei diesem Grußwort hat Waldheim die evangelischen Christen in Österreich als Vorreiter in der Sozialarbeit und bei der Erhaltung der Schöpfung gewürdigt; auch dieser Satz des damaligen Bundespräsidenten ist eine schöne Erinnerung an ihn und ein Auftrag auch für uns heute.“

ISSN 2222-2464