Bischof Sturm: „Tief beunruhigt“

Nach der Radio-Sendung „Motive“: Erklärung soll nötige Klarheit bringen – Gerhard Krömer und Andreas Gripentrog: Keine Spaltung beabsichtigt

Wien, 20. September 2001 (epd Ö) „Tief beunruhigt“ über die Aussagen des steirischen Seniors Mag. Gerhard Krömer und des Radstädter Pfarrer Andreas Gripentrog in der Radio-Sendung „Motive“ zeigte sich der evangelisch-lutherische Bischof Mag. Herwig Sturm. In der Ö1-Sendung vom 16. September hatten Krömer und Gripentrog unter anderem erklärt, in der Evangelischen Kirche gebe es Pfarrer, „die eigentlich mit Jesus nichts anzufangen wissen“ und mehrfach eine Kirchenspaltung in den Raum gestellt. Am Donnerstag, 20. September, hat der Evangelische Oberkirchenrat A.B. mit den beiden Pfarrern ein Gespräch geführt, an dem auch der steirische Superintendent und Vorsitzende des Theologischen Ausschusses, Mag. Hermann Miklas, teilnahm. Als Ergebnis liegt eine gemeinsame Erklärung vor, die von den beiden Pfarrern und Bischof Sturm unterzeichnet wurde. Bischof Sturm: „Mit der Erklärung hoffen beide Seiten, die nötige Klarheit geschaffen zu haben.“ Epd Ö dokumentiert den vollen Wortlaut der Erklärung:

„1. Es hat seitens der beiden Genannten und im Namen des ABCÖ seit dem Gespräch mit dem Theologischen Ausschuss am 23.6.1999 keine Anfragen an den Oberkirchenrat, Stellungnahmen ihm gegenüber oder sonstige Äußerungen zu theologischen oder ethischen Themen oder Problemen in unserer Kirche und ihren Gemeinden gegeben.

Der Eindruck, der ABCÖ bemühte sich in all diesen Fragen um Gespräche mit der Kirchenleitung, ist falsch.

2. Senior Krömer erklärt, dass er mit der Bemerkung, es gäbe auch unter den Pfarrern welche, die mit Jesus nichts anzufangen wissen und sich schwer tun, ihn als Heiland und Erlöser zu bezeugen, keiner Pfarrerin und keinem Pfarrer unserer Kirche die Beachtung ihres Ordinationsgelübdes abgesprochen hat und bedauert es, wenn dieser Eindruck entstanden ist.

3. Senior Krömer und Pfarrer Gripentrog bestätigen in diesem Gespräch, dass sie sich getreu ihrem Ordinationsgelübde der Evangelischen Kirche und ihren Gremien verpflichtet wissen und von ihnen aus keine Absicht besteht, diese Kirche zu verlassen oder zu spalten und Gemeindeglieder oder Gemeinden anders als in der Evangelischen Kirche A.B. zu sammeln und zu betreuen.

4. Die beiden Genannten bestätigen, dass sie die synodalen Gremien und den OKR A.B. als die für die Leitung und Gestaltung unserer Evangelischen Kirche A.B. zuständigen Organe anerkennen und deren Beschlüsse respektieren.

Kritische Anfragen und gegensätzliche Meinungen gehören zum Wesen unserer synodal-presbyterial verfassten Kirche; sie dürfen aber die Einheit dieser Kirche nicht in Frage stellen.“

ISSN 2222-2464