Bischof Sturm: „Ich wünsche mir eine europäische evangelische Synode“

Warnung vor Gottesbezug in Verfassungstexten

Schönberg bei Frankfurt/Wien (epd Ö) – Für die Durchführung einer europäischen Synode hat sich der Bischof der Evangelischen Kirche A.B., Mag. Herwig Sturm, ausgesprochen. Bei einer gemeinsamen Tagung der Evangelischen Bünde in Österreich, Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck zum Thema „Confessio Augustana und/oder Corporate Identity“ erklärte Sturm in Schönberg bei Frankfurt am 17. März: „Es wäre mein Wunsch, dass die Protestanten Europas deutlich sprechen. Mein Herz schlägt für eine europäische evangelische Synode.“ Nach Auffassung des Bischofs wäre dies im Sinn „unserer Marke“, des Augsburger Bekenntnisses. Die Frage sei, wie weit eine Gemeinschaft wie die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zu einem gemeinsamen Handeln verpflichte und wie weit sich der Protestantismus in Europa artikulieren wolle.

Der Bischof sprach in seinem Vortrag auch das Problem eines Gottesbezugs in Verfassungstexten an, wie er in der Europäischen Union und in Österreich diskutiert wird. Sturm warnte davor, Gott lediglich als Chiffre zu verwenden. Es sei eine Erkenntnis der „Marke Augsburger Bekenntnis“, dass man in einer Demokratie „nicht Gott anrufen, sondern politisch handeln“ solle.

In einer Predigt im Schlussgottesdienst der Tagung sagte Sturm, Christen hätten „eine andere Einstellung, Weltsicht und Sicht vom Menschen“. Sie brächten „etwas mit in diese Welt, das nicht von dieser Welt ist, ihr aber gut tut“. Tod und Auferstehung Jesu Christi entfesselten die Menschen „von den Bindungen, die nicht gut tun“. Sturm forderte von Christen „klare Schritte und Ziele, die besagen: Wir gehören Gott“.

ISSN 2222-2464