Bischof Sturm: Glaube heißt, für die Welt Verantwortung zu übernehmen

Beim ostösterreichischen Kirchentag ruft der Bischof die Kirche zu gesellschaftlichem Engagement auf

Oberwart (epd Ö) – „Glaube heißt Verantwortung zu übernehmen, meine Welt zu gestalten, jeden Tag, jede Stunde jeden Mitmenschen aus Gottes Hand annehmen.“ Das sagte Bischof Mag. Herwig Sturm am 7. Juni in seiner Predigt im Festgottesdienst zum ostösterreichischen Evangelischen Kirchentag, der unter dem Motto „Wort – Antwort – Verantwortung“ in Oberwart stattfand. In der nahezu vollbesetzten Burgenlandhalle am Informgelände forderte der Bischof, Kirche solle „Schutzraum für die Mühseligen und Beladenen ohne Ansehen der Person“ sein. Sturm betonte, dabei sei es entscheidend, „dass unsere Worte stimmen, dass sie redlich sind, dass sie gedeckt sind durch unsere Worte und Taten“.

In seiner Predigt rief Sturm die Kirche dazu auf, Gottesdienste „würdig, dankbar und als Lob Gottes zu feiern“ und ihre Stimme für das Recht jedes Menschen zu erheben. Für Kirche dürfe es auch keine Unterschiede nach Sprache und Rasse geben. „Gott ist kein Nationalist“, sagte der Bischof.

Im Blick auf den Umgang der Kirche mit anderen Religionen forderte Sturm: „Es muss ein Dialog sein, keine üble Nachrede.“ Andere Religionen seien zu achten. „Religion ist die gesellschaftliche Ausformung fester Herzen“, sagte der Bischof. Es sei zu respektieren, dass auch der andere fest zu seinem Glauben stehe.

Zu den zeitgleich stattfindenden Verhandlungen des G8-Gipfels in Deutschland rief Sturm seine ZuhörerInnen auf: „Macht euch kundig über die wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Welt!“ Die Globalisierung zu gestalten sei eine wesentliche Aufgabe für die Zukunft. Sturm: „Wir müssen heute schon die Zukunft teilen mit den Menschen, die nach uns die Erde bewohnen.“

Predigt im Wortlaut: www.evang.at/themen/a-bis-z/bischof-sturm/

 

ISSN 2222-2464