Bischof Sturm gegen Leistungsdenken in der Kirche

Eröffnungsgottesdienst der evangelischen Synoden in Eisenstadt

Eisenstadt (epd Ö) – Vor einem „knechtischen Geist“ warnte der Bischof der Evangelischen Kirche A.B., Mag. Herwig Sturm, in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst der Synoden A.B. und H.B. und der Generalsynode am Donnerstag, 31. Mai, in der Evangelischen Kirche in Eisenstadt. Sturm erklärte: „Wir leben davon in Kirchen und Gemeinden, dass wir uns nicht fürchten müssen.“ Kritisch setzte sich der Bischof mit dem Leistungsgedanken in der Gesellschaft auseinander und räumte ein, man wisse dabei zwar, „woran man ist“, dennoch handle es sich um einen Geist, „der das Leben auch in der Kirche eng macht“.

 

Demgegenüber trat Sturm für einen Geist der Klarheit und der Aufrichtigkeit in der Kirche ein. Das gelte trotz allem „Druck“ und dem „Tunnelblick“, die durch die Überlastung der Einzelnen entstehen. Kirche sei eine „Kostprobe“ davon, was Gott mit seinen Menschen vorhabe. „Er will die Fülle mit uns teilen“, sagte Sturm.

 

In der Gesellschaft „gehen Türen auf“

 

Der Bischof, der auch den zuvor in einer Sitzung der Synode H.B. neu gewählten reformierten Landessuperintendenten Mag. Thomas Hennefeld im Gottesdienst begrüßte, bezeichnete es als „großes Geschenk des Geistes Gottes“, dass „Türen aufgehen“ zwischen Kirchen, Religionen und in vielen weiteren Bereichen der Gesellschaft.

 

Der Festgottesdienst, an dessen Liturgie die Golser Pfarrerin Mag. Ingrid Tschank, Ortspfarrer Senior Dr. Herbert Rampler sowie die stellvertretende Superintendentialkuratorin Friederike Rössl mitwirkten, wurde musikalisch gestaltet von der Ökumenischen Chorgemeinschaft Eisenstadt unter der Leitung von Christa Grabenhofer, zahlreichen Vokal- und InstrumentalsolistInnen und Diözesankantorin Mareen Osterloh an der Orgel.

 

Die Kollekte war für die jüdisch-palästinensische Begegnung im Jugendgästehaus Rechnitz bestimmt.

 

 

ISSN 2222-2464