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Bischof Bünker zum Reformationsfest: Bildungsgerechtigkeit und Grundsicherung sind Anliegen der Reformation

Wien (epd Ö) – Für Bildungsgerechtigkeit und ausreichende Grundsicherung für jeden tritt der lutherische Bischof Dr. Michael Bünker ein. In seiner Predigt zum Gedenktag der Reformation am 31. Oktober in einem von Ö1 übertragenen Festgottesdienst in der Lutherischen Stadtkirche in Wien betonte Bünker: „Bildungsgerechtigkeit, ein Uranliegen der Reformation, ist ein dringendes Anliegen auch heute.“

Der Bischof erläuterte: „Helfen könnten eine wirksame Förderung und vor allem eine Schule, in der die Starken und Schwachen nicht voneinander getrennt werden, sondern miteinander und voneinander lernen.“ In einer solchen Schule würden sozial benachteiligte Kinder und solche, die die Unterrichtssprache noch nicht gut beherrschen, sowie Kinder mit Behinderungen, also die „Schwachen“, nicht abgeschoben, „sondern bleiben möglichst lange mit den Starken zusammen“. Integration, so Bünker, könne allen nützen, „wenn die Bedingungen stimmen“.

Auch auf die in Armut geratenen Menschen ging der Bischof ein. In seiner Predigt erklärte er: „Solidarische Verantwortung, das ist eine Prägung, die das Evangelium einer Gesellschaft verleiht. Heute bedeutet das, dass es für jeden und jede ein Recht auf ausreichende Grundsicherung gibt.“ Derzeit sei es „erniedrigend, hilfsbedürftig zu sein“.

Zur Bedeutung des Reformationsfestes sagte Bünker: „Das Evangelium verleiht Charakter. Es prägt. Es prägt zuerst den einzelnen Menschen, dich und mich. Es prägt dann Kirche und Gemeinde, die der Reformation bedürfen, wenn dieser Charakter nicht mehr erkenntlich ist. Es prägt drittens auch die Gesellschaft.“

ISSN 2222-2464