Bischof Bünker: „Wir fasten, während andere hungern“

Ab heute - Aschermittwoch - beginnt wieder die siebenwöchige Fastenzeit. Foto: epd/Uschmann
Ab heute - Aschermittwoch - beginnt wieder die siebenwöchige Fastenzeit. Foto: epd/Uschmann

179 Kilogramm Lebensmittel landen pro EU-Bürger jährlich im Müll

Wien (epdÖ) – Am Aschermittwoch beginnt traditionell die siebenwöchige Fastenzeit bis zum Ostersonntag. Für viele Menschen ein Anlass, über ihre Ess-, Lebens- und Konsumgewohnheiten nachzudenken und bewusst Änderungen vorzunehmen oder Verzicht zu üben. „Viele kommen heute darauf zurück, was früher in christlichen Haushalten üblich war. Sie wollen sich nach dem Fasching beim Alkoholtrinken einschränken, beim Fleischessen, beim Schokoladeessen, vielleicht auch beim Autofahren“, so Bischof Michael Bünker in einer Presseaussendung von „Brot für die Welt“, der entwicklungspolitischen Aktion der Evangelischen Kirche in Österreich. „Ich persönlich faste aus evangelischer Freiheit immer wieder gerne. Zum Beispiel sieben Wochen ohne Fernsehen. Langweilig wird mir bestimmt nicht“, sagt der evangelisch-lutherische Bischof und Schirmherr der Aktion „Brot für die Welt“.

Während in der so genannten Ersten Welt der Verzicht auf spezielle Lebensmittel freiwillig passiere, sähe die Situation in vielen Teilen der Welt anders aus. „Was mir am meisten zu denken gibt, ist der Umstand, dass wir hier im Norden das Fasten als etwas sehen, das uns zwischendurch gut tut, während in vielen Ländern dieser Welt die tägliche Not herrscht.“ Allein in der Europäischen Union würden jedes Jahr pro Person durchschnittlich 179 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Jedes fünfte Stück Brot in Österreich lande im Müll. Der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln habe einen neuen Höhepunkt erreicht. „Dem gegenüber stehen aktuell fast eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern, die an Hunger und Unterernährung leiden“, erklärt der Bischof. Im Jahr 2000 habe die Weltgemeinschaft die Millenniums-Entwicklungsziele vereinbart und damit vor allem dem Hunger den Kampf angesagt. „Doch die Zahl der Menschen, deren täglich Brot nicht ausreichend gesichert ist, stieg seit damals weiter an“, beklagt der Bischof. „Das ambitionierte Ziel für 2015 liegt in weiter Ferne. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die österreichische Regierung nicht aus den Augen verliert, dass sie einen Beitrag von 0,7 Prozent des Nationaleinkommens für die Entwicklungshilfe versprochen hat.“

Neben der Verantwortung, die der österreichische Staat wahrnehmen muss, sei deshalb das private und kirchliche Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit besonders wichtig. „Anlässlich der Fastenzeit möchte ich die Entwicklungszusammenarbeit wieder stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken. Das Engagement für hungernde und notleidende Menschen ist wichtiger als je zuvor“, meint Bischof Bünker. Die Arbeit von „Brot für die Welt“ kann mit einer finanziellen Spende unterstützt werden:
Spendenkonto: IBAN: AT67 2011 1287 1196 6366,
BIC: GIBAATWWXXX

ISSN 2222-2464