Bischof Bünker: Kontroverse Auffassungen sind kein Grund für Kirchenaustritt

Synodenpräsident Krömer: Knolls Kirchenaustritt ist „unverständlich und nicht nachvollziehbar“

Villach (epd Ö) – „Kontroverse Auffassungen können nicht der Grund sein, sich von der Kirche zu trennen.“ Das erklärte der evangelisch-lutherische Bischof Dr. Michael Bünker zum Kirchenaustritt der ehemaligen burgenländischen Superintendentin Mag. Gertraud Knoll am 14. November vor Journalisten in Villach. In einer Pressekonferenz anlässlich der Synodentagungen hielt Bünker fest, der Austritt sei für ihn nicht nachvollziehbar. In der Evangelischen Kirche gelte „Auftreten statt Austreten“. Zur Begründung von Knolls Kirchenaustritt, dem Hirtenbrief des Kärntner Superintendenten Mag. Manfred Sauer zum Unfalltod des Landeshauptmanns Dr. Jörg Haider, sagte Bünker, die Superintendentenkonferenz und der Synodalausschuss hätten festgestellt, dass die Form eines Hirtenbriefs für die Trauerbezeugung Superintendent Sauers „nicht angemessen“ gewesen sei. Bünker betonte: „Diese Feststellung wurde im Konsens getroffen.“

„Für mich ist diese Situation unverständlich und nicht nachvollziehbar“, sagte bei der Pressekonferenz auch der Präsident der Synode A.B. und der Generalsynode, RA Dr. Peter Krömer. Auf Grund der langen und guten Zusammenarbeit in ihrer aktiven Zeit hätte Krömer erwartet, dass Knoll sich mit ihrer Kritik an ihn sowie an Bischof Bünker wendet.

Superintendent Sauer: Hirtenbrief war seelsorgerlich gemeint

Auch der Kärntner Superintendent Mag. Manfred Sauer zeigte sich enttäuscht, dass Gertraud Knoll mit ihm keinen Kontakt gesucht habe. Sauer erinnerte daran, dass die ehemalige Superintendentin bei seiner eigenen Amtseinführung in Kärnten als Assistentin fungiert habe. Sauer äußerte den Verdacht, der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Austritts unmittelbar vor Beginn der Synodentagung in Kärnten sei „bewusst gewählt“ worden.

Zu seinem Hirtenbrief erläuterte Sauer: „Ich habe mein Wort aus tiefer Betroffenheit heraus formuliert.“ Es sei „seelsorgerlich gemeint“ gewesen. Als Superintendent habe er mit Haider zahlreiche inhaltliche Auseinandersetzungen gehabt, dennoch habe er mit dem Landeshauptmann einen „respektvollen Umgang“ gepflegt.

ISSN 2222-2464