Bischof Bünker: Kirche muss missionarisch sein

Wachstum der Kirche nicht primäres Ziel

Wuppertal-Barmen (epd Ö) – „Kirche kann nicht anders als missionarisch sein.“ Diese These vertrat der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker, in einem Vortrag im Rahmen der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK) am 16. Mai in Wuppertal-Barmen. Kirche, so Bünker, verfehle ihren Auftrag, „wenn sie, aus welchen Gründen auch immer, innerhalb der eigenen Mauern bleibt, im vertrauten Innenhof der gemeinsam praktizierten Christenheit“.

Der Bischof, der bei einem Empfang sprach, den die Evangelische Kirche im Rheinland anlässlich der UEK-Vollkonferenz gab, erinnerte daran, dass in der heutigen Situation vermehrt von der missionarischen Kirche als einer Selbstdefinition gesprochen werde, „von der man sich, wenn schon nicht einen Weg aus der Krise, so doch einen gangbaren Weg in der Krise verspricht“. Der „Einstieg in die Lebensweise einer missionarischen Kirche“ beginnt nach Überzeugung Bünkers jedoch mit dem Aufhören: „Manchmal habe ich den Eindruck, wir machen zu viel und tun zu wenig.“

Bünker betonte, die Kirche sei nicht „das eigentliche Subjekt“ der Mission, und ein mögliches Wachstum der Kirche sei nicht „das erstrangige und womöglich sogar einzige Ziel“. Ziel der Mission sei „nicht kirchliches Interesse, sondern die Versöhnung, das Heilwerden der Menschen, die von Gott her immer schon geschehen sind“.

Als kritischen Maßstab für die Vielfalt der verschiedenen missionarischen und evangelistischen Ansätze und Aktivitäten nannte Bünker die Rechtfertigungsbotschaft. Alle Ansätze, so der Bischof, „haben sich zu relativieren auf diesen Inhalt, auf die Botschaft von der freien Gnade Gottes hin“.

ISSN 2222-2464