Bischof Bünker: Kirche hat Aussichten, ihre Mitgliederzahl zu vergrößern

Evangelische Kasualien beliebt

Salzburg (epd Ö) – „Der Glaube ist eine lebendige Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, trotzig und lustig gegen Gott und alle Kreatur.“ Mit diesem Zitat Martin Luthers eröffnete der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. Michael Bünker am 5. November seinen Bericht vor der Synode A.B. in Salzburg. Der Bischof sagte: „Die Arbeit im Oberkirchenrat und im Kirchenamt ist geleitet von der Überzeugung, dass der so verstandene ‚evangelische‘ Glaube für die Gemeinden der Grund ihres Lebens ist, für die an der Kirche Interessierten ein Angebot und für die Menschen in unserem Land ein unverzichtbares Zeugnis der Humanität und Nächstenliebe.“

Zur zahlenmäßigen Entwicklung der Kirche berichtete Bünker: „Unterm Strich bleibt: Wir sind weniger geworden, und zwar im Vergleich zum Jahr 2004 um 7732 Mitglieder.“ Die Gründe dafür seien vielfältig. Bünker nannte die Überalterung und die Austritte, die von den Eintritten nicht aufgewogen würden. Taufen und Konfirmationen seien gleich geblieben, bei Trauungen sei, entgegen dem Trend in Europa, nur ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Es könne jedoch gesagt werden: „Unsere Kirche hat in vielen Bereichen berechtigte Aussichten, die Zahl ihrer Mitglieder zu vergrößern und die Beteiligung der Mitglieder am kirchlichen Leben zu intensivieren.“ So hätten sich die Zuzüge gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Bünker führte das in seinem Bericht darauf zurück, dass die zweitgrößte Zuwanderungsgruppe aus Personen aus Deutschland bestehe, unter denen sich überproportional viele Evangelische befinden.

Neues Interesse an der Geschichte der Evangelischen

Zu den Kasualien wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen sagte Bünker: „Nahe bei den Menschen zu sein, ihre Erwartungen aufzunehmen, ihre Gefühle ernst zu nehmen und so schöne Feiern zu gestalten, dafür sind evangelische Kasualien zu Recht bekannt. Wir sollten mit diesen Pfunden noch mehr wuchern.“

Der Bischof stellte auch ein neues Interesse an der Geschichte der Evangelischen in Österreich fest. Das zeigten das Projekt der Landesausstellung „Renaissance und Reformation“ im kommenden Jahr in Oberösterreich sowie die für 2011 geplante Kärntner Landesausstellung in Fresach. In dieselbe Richtung weise auch das große Interesse am Projekt „Weg des Buches“. Bünker dazu: „Dieses Interesse an der Geschichte bedeutet keineswegs Rückwärtsgewandtheit, sondern stellt den Ausgangspunkt dar, von dem der Bogen in die Zukunft zu spannen ist.“

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ISSN 2222-2464