Bischof Bünker: Erstaunliches Interesse am Reformationsjubiläum

Vor der Synode A.B. zog Bischof Michael Bünker eine Zwischenbilanz zum Reformationsjubiläum. Im Hintergrund Superintendent Olivier Dantine und Roxana Reindl, die über die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Namibia berichteten, an der sie als Delegierte teilgenommen haben. Foto: epd / M. Uschmann
Vor der Synode A.B. zog Bischof Michael Bünker eine Zwischenbilanz zum Reformationsjubiläum. Im Hintergrund Superintendent Olivier Dantine und Roxana Reindl, die über die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Namibia berichteten, an der sie als Delegierte teilgenommen haben. Foto: epd / M. Uschmann

Synode A.B. tagte in Wien

Wien (epdÖ) – „Es ist großartig und beeindruckend, was in diesem Jahr alles möglich geworden und auf allen Ebenen realisiert worden ist“, sagt Bischof Michael Bünker in einer Zwischenbilanz zum Jubiläumsjahr 2017 – 500 Jahre Reformation. Auf der evangelisch-lutherischen Synode, die am Samstag, 1. Juli, in Wien tagte, sprach Bünker von einem „erstaunlichen Interesse“, das dieses besondere Jahr in der Ökumene und auch in weltlichen Einrichtungen und Organisationen finde.

Die Aufmerksamkeit, die damit der Evangelischen Kirche zuteilwerde, gehe weit über die prozentuale Größe hinaus. Bünker erinnerte vor den Delegierten der Synode etwa an die gemeinsame Tagung der evangelischen Kirchenleitungen mit der römisch-katholischen Bischofskonferenz zum Thema Reformation – „eine Premiere“ –, ebenso an die sehr erfolgreiche Ausstellung im Wien Museum „Brennen für den Glauben“ und auch an zahlreiche Ausstellungen an vielen Orten, die noch bis in den Herbst hinein zu sehen sind. Als „Erfolgsgeschichte“ bezeichnete Bünker den Europäischen Stationenweg, der „in einer Zeit, in der es Europa nicht leicht hat“, ein „schönes europäisches Band“ geknüpft habe. Bei diesem Großprojekt der Evangelischen Kirche in Deutschland hat ein 28-Tonnen-„Reformations-Truck“ 67 Städte der Reformation in Europa verbunden.

Die Wirkung dieses Impulses und des Jubiläumsjahres insgesamt dürfe nicht geringgeschätzt werden, bilanzierte der Bischof: „An vielen Orten bewegt sich vieles.“ Die „ökumenische Note“ sei ein besonderes Kennzeichen vieler Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum, wie es etwa kürzlich bei den Gustav-Adolf-Festen und großen Kirchentagen in Graz und Linz sichtbar wurde. Wenn auch 2017 in der Ökumene nicht große Schritte wie das gemeinsame Abendmahl zu erwarten sind, zeigten doch „viele kleine Schritte, dass die Kirchen zusammenwachsen und hier nicht mehr zurückgehen können“.

Vor den rund 70 Delegierten aus ganz Österreich kündigte Bünker das große gesamtösterreichische Fest zum Reformationsjubiläum an, zu dem am 30. September auf dem Wiener Rathausplatz mehrere Tausend Menschen erwartet werden. Die zentrale öffentliche Feier, so der Bischof, werde bewusst offen gestaltet und soll „ein großes Fest der Emotionen werden, das Erinnerungen schafft“. Mehr als 700 Personen werden auf drei Bühnen insgesamt 42 Acts bieten. MutmacherInnen wie die liberianische Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee, die palästinensische Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser oder der Mitbegründer der European Christian Convention, Sven Giegold, werden zu den Menschen sprechen. Ein „Reformobil“, das von SchülerInnen in evangelischen Schulen konzipiert wurde, wird auf dem Rathausplatz zusammengebaut und in Gang gesetzt. Durch das vielfältige Abendprogramm unter dem Motto „Sound of Heaven“ führt Karl Markovics. ORF 2 wird die Eröffnung zu Mittag übertragen, der Abend ist live auf ORF 3 zu sehen.

Auf der Tagesordnung der Synode standen die Annahme des Rechnungsabschlusses 2016, zahlreiche Berichte, etwa von der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Namibia, und mehrere legistische Themen. Die Synode ist das höchste gesetzgebende Organ der Evangelischen Kirche. Die nächste Synode kommt Anfang Dezember in Linz zusammen.

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ISSN 2222-2464