Bibel hinter Gittern

Wettbewerb abgeschlossen – Jury nominierte acht Beiträge

Wien, 18. Dezember 2003 (epd Ö) Einen besonderen Akzent im „Jahr der Bibel“ 2003 setzte die evangelische Gefängnisseelsorge gemeinsam mit der Österreichischen Bibelgesellschaft: Zahlreiche Gefangene aus unterschiedlichsten Herkunftsländern, die derzeit in österreichischen Gefängnissen einsitzen, haben sich am Wettbewerb „Bibel hinter Gittern“ beteiligt und sich in den vergangenen Monaten den Fragen gestellt: „Was löst die Bibel in mir aus? Was spricht mich besonders an? Was fordert mich besonders heraus?“

Das nunmehr abgeschlossene Projekt beweise, „dass die seelsorgerliche Arbeit in den Justizanstalten Österreichs einen unverzichtbaren Bestandteil innerhalb des Strafvollzugs darstellt“, so der Wiener evangelische Gefängnisseelsorger, Pfr. Dr. Matthias Geist, in einer Aussendung.

Die Jury unter dem Vorsitz der Leiterin der Österreichischen Bibelgesellschaft, Dr. Jutta Henner, nominierte unter den Teilnehmern aus insgesamt 10 Justizanstalten Österreichs acht Beiträge, die „aufgrund besonderer Mühe, Kreativität und persönlicher Offenheit“ besonders zu würdigen seien. „Für einige der Teilnehmer hat der Wettbewerb die Möglichkeit gebracht, sich das Erlebte von der Seele zu schreiben, sich an positive Erfahrungen mit der Bibel zu erinnern, sie zu Papier zu bringen und so neuen Mut zu fassen“, resümiert Henner. Jurymitglied Univ.Prof. Dr. Markus Öhler sieht in den Beiträgen „das breite Spektrum der Begegnung mit der Heiligen Schrift“ widergespiegelt, auch und gerade unter den Bedingungen der Haft. Die Bibel sei „für diese Menschen Begleiterin, Trost und Quelle der Freude, aber auch Herausforderung und Stein des Anstoßes“. Beeindruckt von der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Bibel und Glaube zeigte sich auch die Lebens- und Sozialberaterin Rita Al-Shaban: „Viele haben ihre persönlichen Erfahrungen zu Papier gebracht, sehr offen, durchaus auch kritisch, zweifelnd.“

ISSN 2222-2464