Betreutes Wohnen für jugendliche Flüchtlinge

Ausbau des Laura-Gatner-Hauses – 20 neue Wohnplätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Hirtenberg, 17. September 2003 (epd Ö) Als Vorzeigeprojekt für die Integration unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge bezeichnete die niederösterreichische Soziallandesrätin Christa Kranzl das Laura-Gatner-Flüchtlingshaus des Evangelischen Flüchtlingsdienstes der Diakonie. Durch den Ausbau des Hauses kann jetzt auch die Wohnform „Betreutes Wohnen“ mit 20 Plätzen angeboten werden. Die offizielle Eröffnung des Ausbaus erfolgte am Freitag, 12. September 2003, in Anwesenheit zahlreicher Prominenter aus Politik, Verwaltung und Kirche, darunter der Bischof der Evangelischen Kirche A.B., Herwig Sturm, der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland, Diakonie-Direktor Michael Chalupka sowie der Leiter des Evangelischen Flüchtlingsdienstes, Michael Bubik.

Das Laura-Gatner-Flüchtlingshaus des Evangelischen Flüchtlingsdienstes der Diakonie betreut bis zu 24 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Betreuung erfolgt rund um die Uhr durch ein multikulturelles und professionelles Team von zehn BetreuerInnen, wobei auch Rechtsberatung und psychotherapeutische Begleitung angeboten werden. Jetzt wird diese Einrichtung durch die Wohnform „Betreutes Wohnen“ ergänzt. Dieses Angebot wurde ermöglicht durch den Ausbau des Dachgeschoßes des bestehenden Wohnheims in der Anton Kellergasse in Hirtenberg. Mit dieser Wohnform können zusätzlich bis zu 20 jugendliche Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren auf ein selbstbestimmtes und selbstverantwortliches Leben bestmöglich vorbereitet werden.

Integration kann Miteinander sein

Dass Integration von Flüchtlingen kein Nebeneinander oder gar Gegeneinander, sondern Miteinander sein kann, wurde in allen Ansprachen der Festredner deutlich. „Wir sind stolz darauf, eines der größten Integrationshäuser für Jugendliche in unserer Mitte zu wissen“, betonte der niederösterreichische Landesrat und ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Emil Schabl. Sich um diese Jugendlichen zu kümmern, geschehe aus humanistischer Verantwortung, bei der man sich nicht immer nach der Volksmeinung richten könne. Gertrude Sturm, Leiterin des Laura-Gatner-Flüchtlingshauses sei dabei aber immer der Garant dafür gewesen, dass bei auftretenden Problemen diese ausdiskutiert hätten werden können. Stellvertretend für den niederösterreichischen Landeshauptmann lobte auch die für Familie und Jugend verantwortliche Landesrätin Johanna Mikl-Leitner das gelebte Miteinander von Bevölkerung und dem Laura-Gatner-Haus.

Hilfe für den schwierigen Alltag

Einen informativen Einblick in die Arbeit der Einrichtung gab die Leiterin des Laura-Gatner-Hauses, Gertrude Sturm. Durch den Ausbau könne nun noch mehr Jugendlichen ein Zuhause und Hilfe bei der Bewältigung ihres schwierigen Alltags gegeben werden. Eine wesentliche Rolle spiele dabei der Erwerb von Deutschkenntnissen und die schulische Ausbildung. Viele der Jugendlichen – derzeit überwiegend aus Afghanistan, Indien, China, Georgien, Moldawien – brächten bereits eine berufliche Ausbildung mit, auf die aufgebaut werden könne.

Ohne die Unterstützung von Menschen wie dem Burgschauspieler Otto Tausig oder dem Benediktinerpater Karl Helmreich, den zahlreichen SpenderInnen, ohne das einfühlsame Engagement der Jugendwohlfahrt, der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und das Entgegenkommen und die Freundlichkeit der Behörden wäre die Arbeit im Laura-Gatner-Haus jedoch nie möglich gewesen. Seit Juni 2000 haben im Laura-Gatner-Haus mehr als 80 Jugendliche Aufnahme und Betreuung gefunden.

ISSN 2222-2464