Bethlehem: Lutherische Kirche erneut durchsucht

Der lutherische Pfarrer in Bethlehem, Mitri Raheb, berichtet von Zerstörungen.

Bethlehem, 10. April 2002 (epd Ö) Der lutherische Pfarrer in Bethlehem, Mitri Raheb, berichtete im ORF-Mittagsjournal am Montag, dass seine Kirche und seine Büros – sie liegen rund 300 Meter von der Geburtskirche entfernt – bereits zum dritten Mal von israelischen Soldaten gestürmt und durchsucht wurden. Mehrere Dutzend Fenster und Türen seien bereits zerstört. Den ganzen Vormittag seien in der Umgebung Schüsse zu hören gewesen. Zunehmend zum Problem werde, dass die in Bethlehem Verbliebenen völlig von jeder medizinischen Versorgung abgeschnitten seien. Er berichtete weiter, dass in den lutherischen Kirchen im Westjordanland am Sonntag erstmals kein einziger Gottesdienst gefeiert worden sei.

Sabbah: Franziskaner sind keine Geiseln

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, kritisierte „Falschinformationen“ besonders von israelischer Seite, wonach die in der Geburtskirche verbliebenen Ordensleute von den palästinensischen Kämpfern als „Geiseln“ gehalten würden. Er erinnerte an die Erklärung von Seiten der Franziskaner, sie würden ihr Kloster an der Geburtskirche nicht freiwillig verlassen. Gleichzeitig verurteilte er in scharfen Worten die „Belagerung“ der Geburtsbasilika durch israelische Elite-Einheiten.

ISSN 2222-2464