Beten um spirituellen Wiederaufbau

Ökumenischer Gedenkgottesdienst in Graz

Graz, 18. Mai 2005 (epd Ö) – „Beten wir darum, dass Gott uns im 21. Jahrhundert einen spirituellen Wiederaufbau schenkt, wie er uns 1945 den strukturellen Wiederaufbau geschenkt hat.“ Mit diesen Worten schloss der steirische Superintendent Mag. Hermann Miklas seine Predigt im „Ökumenischen Gedenkgottesdienst 1945 – 1955 – 2005“, zu dem das Ökumenische Forum christlicher Kirchen in der Steiermark am 10. Mai geladen hatte. In dem Gottesdienst, der im Landhaushof begann, dann aber wegen der Witterungsverhältnisse in der Stadtpfarrkirche fortgesetzt wurde, sagte Miklas auch: „Und beten wir darum, dass sich die äußere Freiheit unseres Landes widerspiegelt in der inneren Freiheit aller Menschen, ihr Leben als Ebenbilder Gottes verantwortlich gestalten zu können.“

Dass der christliche Glaube keine Flucht ist, sondern gegen die Macht des Todes zu einer „schöpferischen Liebe“ hilft, die auch ins Martyrium führen kann, hob der Grazer Diözesanbischof DDr. Egon Kapellari in seiner Predigt hervor.

Zu dem Gedenkgottesdienst, an dem auch Vertreter der Stadt Graz und des Landes Steiermark teilnahmen, waren auch VertreterInnen der Israelitischen Kultusgemeinde eingeladen. Der Präsident der Kultusgemeinde, Gerard Sonnenschein, dankte in einem Grußwort für das Miteinander und sprach von einem „historischen Moment“. Sonnenschein sprach auch ein Kaddish-Gebet für die Opfer der während des NS-Regimes ermordeten Juden.

ISSN 2222-2464